Christian Sewing
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„Missverstanden & unterbewertet“ Hedgefonds steht Deutscher Bank bei

Stand: 01.11.2018, 14:22 Uhr

Die Deutsche Bank hat mit dem US-Hedgefonds Hudson Executive einen neuen Großaktionär. Christian Sewing freut sich über das Vertrauen in seine Bank und seine Strategie, die Anleger freuen sich über deutliche Kursgewinne.

Mit einem Aufschlag von mehr als drei Prozent auf knapp 9,00 Euro zählen die Aktien der Deutschen Bank heute zu den stärksten Dax-Werten. Ob das die Wende ist? Die Titel stecken mittlerweile seit Jahren in einem Abwärtstrend. Allein in den vergangenen zwölf Monaten waren Deutsche Bank um fast 40 Prozent eingeknickt. Erst vor wenigen Tagen erreichten sie ein Rekordtief. Ist es ratsam, die Aktie jetzt zu kaufen, hatten wir uns gefragt.

Der ehemalige JPMorgan-Finanzvorstand Douglas Braunstein und der von ihm geführte Hedgefonds Hudson Executive meinen ja. Hudson Executive nutzten die Kursschwäche und sicherten sich einen 3,1 Prozent-Anteil am Finanzinstitut. In einem Interview mit dem „Wall Street Journal“ bezeichnete Braunstein die Papiere als „missverstanden und unterbewertet“.

Bald wieder Gewinne?

Ob Braunstein den richtigen Zeitpunkt getroffen hat? Die Deutsche Bank hatte Ende Oktober zum ersten Mal seit 2014 für das Gesamtjahr wieder einen Gewinn in Aussicht gestellt. Konzernchef Sewing hatte im April den glücklosen Briten John Cryan abgelöst, er baut Stellen ab und nimmt sich den teilweisen Rückzug aus den USA und aus dem Aktienhandel vor. Zudem hat Sewing den Sparkurs seines Vorgängers massiv verschärft.

Für Braunstein ist Sewing der richtige Mann, sonst hätte er das Investment nicht gemacht, sagt er. Sewing lobt zurück: „Doug Braunstein und Hudson Executive haben große Erfahrung mit Finanzdienstleistungsunternehmen. Wir schätzen das Vertrauen von Hudson Executive in das Management unserer Bank und in unsere Strategie.“

Christian Sewing als Paketbote

Sewing muss bald liefern. | Bildquelle: dpa, colourbox.de, Montage: boerse.ARD.de

HNA baut ab

Das Vertrauen muss übrigens recht groß sein. Hudson Executive verwaltet rund 1,4 Milliarden Dollar. Der jetzt erworbene Anteil an der Deutschen Bank ist rund 620 Millionen Dollar schwer. Nach Angaben des Daten-Anbieters Refinitiv ist das Emirat Katar mit sechs Prozent weiterhin einer der größten Anteilseigner der Deutschen Bank.

Der US-Vermögensverwalter Blackrock kommt auf 5,3 Prozent und der chinesische Mischkonzern HNA auf 7,6 Prozent. HNA will die Beteiligung allerdings mittelfristig abbauen. Unter den größten Aktionären befindet sich zudem der US-Finanzinvestor Cerberus mit einem Anteil von drei Prozent.

ts