BlackBerry

Neues Smartphone für 2021 angekündigt Comeback für die Kultmarke Blackberry

Stand: 20.08.2020, 09:39 Uhr

Sie sind einfach nicht totzukriegen: Eigentlich war das Aus der Blackberry-Smartphones mit ihrer markanten Tastatur längst besiegelt. Doch im kommenden Jahr soll es ein neues Modell geben.

Einst war das Blackberry ein Statussymbol für Geschäftskunden und Manager. Es könnte also das Comeback des Jahres werden: 2021 soll ein neues Blackberry-Smartphone auf den Markt kommen. Dafür kooperiert die Kultmarke mit verschiedenen Partnern. Die texanische Firma OnwardMobility will die Geräte entwickeln, eine Tochter des taiwanesischen Auftragsfertigers Foxconn soll sie bauen.

Das neue Modell, das auch für den superschnellen 5G-Datenfunk gerüstet ist, solle im ersten Halbjahr 2021 in den USA und Europa auf den Markt kommen, kündigte OnwardMobility am Mittwoch an. Im Rahmen der Vereinbarung überträgt Blackberry dem Unternehmen die Rechte für die Entwicklung, Fertigung und Vermarktung.

Blackberry-CEO John Chen

Blackberry-CEO John Chen. | Bildquelle: Imago

"Die Mitarbeiter von Unternehmen warten ungeduldig auf sichere 5G-Mobilgeräte, die ihre Produktivität erhöhen, ohne das Benutzererlebnis zu beeinträchtigen", sagte OnwardMobility-Chef Peter Franklin. "Die Benutzer würden von der Sicherheit und mobilen Produktivität auf Unternehmens- und Regierungsebene profitieren, so auch Blackberry-CEO John Chen.

Aktie im Minus

"Unternehmen investieren intensiv in transformative Technologien, um ihre Produktivität zu optimieren, vernachlässigen dabei aber oft die Sicherheit - insbesondere im Hinblick auf mobile Geräte", kommentierte Analyst Jack Gold bei J. Gold Associates. Der Einsatz bewährter und sicherer Produkte wie die 5G-Geräte von Blackberry sei unverzichtbar geworden.

Viele Details gibt es zum geplanten neuen Smartphone noch nicht. Das Gerät soll aber über eine physische Tastatur verfügen - ganz im Sinne der Blackberry-Tradition. Zudem kommt das Betriebssystem Android zum Einsatz. Der Fokus des Modells soll auf der Sicherheit liegen.

Trotz der Ankündigung rutschte die Blackberry-Aktie im US-Handel leicht ab. In diesem Jahr hat das Papier bereits mehr als 26 Prozent an Wert verloren. Aber immerhin: Seit dem bisherigen Jahrestief mit 2,90 Dollar Mitte März kletterte der Titel wieder um knapp 65 Prozent nach oben.

Rückkehr auf den Smartphone-Markt

BlackBerry Torch 9810

BlackBerry Torch 9810. | Bildquelle: Unternehmen

Blackberry war einst ein Pionier im Smartphone-Markt, verlor jedoch mit dem Vormarsch von Touchscreens den Anschluss an Apples iPhone und Telefone mit dem Google-Betriebssystem Android. 2015 sah der kanadische Konzern dann keine Chancen mehr mit seinem eigenen Betriebssystem und stampfte es ein. Auch zwei neu entwickelte Android-Modelle überzeugten den Markt allerdings nicht.

Smartphones unter der Marke gab es zwar noch bis zuletzt - sie wurden aber schon lange nicht mehr von Blackberry selbst, sondern vom Hersteller TCL gebaut, der eine Lizenz auf den Markennamen erworben hatte. Im Februar kündigte TCL dann an, die Produktion einzustellen. Die Telefone hatten nur noch winzige Marktanteile - wurden zum Teil aber noch in Unternehmen und Behörden genutzt.

Blackberry selbst zog sich 2016 aus dem Smartphone-Geschäft zurück und konzentriert sich mittlerweile auf neue Geschäftsfelder. Chen richtete das Unternehmen auf das Geschäft mit Software für Firmen und Autos sowie Dienstleistungen aus. Das Thema IT-Sicherheit spielt seitdem eine tragende Rolle.

Zuletzt war Blackberry tiefer in die roten Zahlen gerutscht. Der Nettoverlust weitete sich im ersten Quartal auf 636 Millionen Dollar von 35 Millionen Dollar im Vorjahr aus. Der Umsatz fiel um 16,6 Prozent auf 206 Millionen Dollar und verfehlte damit die durchschnittliche Analystenschätzung von 214,1 Millionen Dollar.

tb