Elon Musk
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Tesla-Chef Neuer Ärger für Elon Musk

Stand: 26.02.2019, 07:40 Uhr

Seine Vorliebe für Botschaften über Twitter bringt Tesla-Chef Elon Musk erneut Ärger mit der US-Börsenaufsicht ein - und der Tesla-Aktie nachbörsliche Verluste.

Die US-Börsenaufsicht SEC hat einen Richter aufgefordert, Tesla-Chef Elon Musk der Missachtung des Gerichts für schuldig zu befinden. Musk habe gegen Auflagen eines Entscheids von 2018 verstoßen, hieß es. Grund sind angeblich unautorisierte und inhaltlich irreführende Tweets von Musk vom 19. Februar. Über das Wochenende war die Tesla-Aktie im außerbörslichen Handel deutlich eingeknickt.

Die Tesla-Aktie fiel daraufhin nachbörslich zeitweise um mehr als fünf Prozent, nachdem sie im regulären Handel an der Nasdaq noch 1,4 Prozent zugelegt hatte.

Lediglich alte Aussagen wiederholt?

Tesla Model 3

Tesla Model 3. | Bildquelle: Imago

Musk hatte vergangene Woche bei Twitter Angaben zu Teslas möglicher Jahresproduktion 2019 gemacht. So schrieb der Firmenchef: "Tesla baute 0 Autos 2011, aber wird 2019 rund 500.000 bauen." Das wertet die Börsenaufsicht als Verstoß gegen die Auflagen, auf die man sich vor Gericht geeinigt hatte und die besagen, dass Tesla jegliche Kommunikation Musks an die Kapitalmärkte vorher prüfen und genehmigen muss.

Einem Anwalt von Tesla zufolge hat Musk lediglich die Aussagen von Ende Januar wiederholt, die bei der Vorlage der Quartalszahlen bereits gemacht wurden. Zudem sei die Zahl 500.000 Autos eine aufs Jahr hochgerechnete Produktionsrate, die Ende 2019 erreicht werden könne.

Tweet war unabgesprochen

Das würde dann wirklich in etwa dem entsprechen, was Tesla zuvor schon angegeben hatte. Doch die SEC beeindruckt das wenig. Es gebe keine "vorab genehmigte schriftliche Kommunikation" vom 30. Januar, die behauptet, dass "Tesla rund 500.000 Autos im Jahr 2019 baut".

Tatsächlich hatte das Unternehmen im Brief an die Aktionäre die Zahl 400.000 als Auslieferungsziel für das laufende Jahr genannt. Damit sei der Tweet nicht nur unabgesprochen, sondern auch inhaltlich falsch gewesen, schlussfolgert die SEC. Dies sei ein klarer Verstoß gegen die Regeln.

War die SEC zu nachgiebig?

Dass Musk überhaupt ins Visier der Börsenaufsicht gelangt ist, hat er sich selbst eingebrockt. Im August 2018 hatte der Tesla-Chef getwittert, sein Unternehmen zum Aktienkurs von 420 Dollar privatisieren, also von der Börse nehmen zu wollen. Die teure Finanzierung dieses Vorhabens sei "gesichert". Damit schob Musk den Aktienkurs zunächst kräftig an, doch die Behauptung entpuppte sich laut SEC als haltlos. Es folgte eine Klage der Aufsicht wegen Marktmanipulation.

Zwar einigten sich der Tesla-Chef und die SEC auf einen Vergleich, der Musk neben Geldstrafen und den Auflagen zur Kommunikation mit Anlegern auch zwang, den Vorsitz des Verwaltungsrats (Board) abzugeben. Als CEO blieb er aber im Amt.

Doch Musk stichelte danach munter weiter gegen die Aufsicht, was kaum zur Entspannung des Verhältnisses beigetragen haben dürfte. Welche Konsequenzen Musk nun drohen, ist schwer einzuschätzen. Auf jeden Fall könnten auf den vielbeschäftigten Unternehmer lästige Gerichtstermine zukommen. 2018 hatten viele Marktbeobachter der SEC vorgeworfen, Elon Musk zu leicht davonkommen zu lassen. Jetzt bleibt abzuwarten, ob die Behörde doch härter durchgreift.

lg/dpa