Tesla Model 3

Was hat Elon Musk gewusst? Neuer Ärger für Tesla

Stand: 29.10.2018, 09:04 Uhr

Der E-Autobauer aus Kalifornien ist immer für eine Schlagzeile gut. Was sich aber aktuell um das Model 3 zusammenbraut, könnte sich für die Firma und dessen Chef Elon Musk zum echten Problem auswachsen.

Denn kaum hat sich der Shitstorm um die angeblichen Börsenrückzugspläne des Firmengründers gelegt, droht eine Ermittlung der Bundespolizei FBI wegen angeblicher Irreführung der Investoren zum neuen Ärger zu werden. Dabei geht es darum, ob Firmengründer Elon Musk gewusst habe, dass die ehrgeizigen Produktionsziele für das Model 3 nicht erreichbar waren.

Wie das renomierte "Wall Street Journal" schreibt, hat die für die Ermittlungen zuständige Staatsanwaltschaft in San Francisco zuletzt die Ermittlungen ausgeweitet. Teslas Pressestelle bestätigte, dass das Justizministerium in diesem Jahr bereits Unterlagen zu den Produktionszahlen angefordert habe. Dies sei allerdings schon vor Monaten geschehen und man habe keine weiteren Aufforderungen erhalten, hieß es weiter.

Wie das Blatt weiter schreibt, hätten FBI-Agenten ehemalige Tesla-Mitarbeiter kontaktiert um eine Aussage zu bekommen. Einige Mitarbeiter seien auch vorgeladen worden. Tesla weiß davon offiziell aber nichts. Weder die Staatsanwaltschaft noch das Justizministerium gaben eine Stellungnahme zu dem Bericht.

5.000 Autos pro Woche

Elon Musk

Elon Musk. | Bildquelle: Imago

Zur Erinnerung: Das Modell 3 ist geplant als erstes Modell, das auch breitere Käuferschichten ansprechen soll. Lange Zeit hat sich Tesla aber schwer damit getan, das angestrebte Ziel von 5.000 Fahrzeugen pro Woche zu erreichen. Am Model 3 wird sich wohl entscheiden, ob der E-Autobauer den Sprung vom Nischenplayer zum Massenproduzenten schafft.

Wie das IT-Fachblatt "Golem" berichtet, hätten Experten errechnet, dass das Model 3 Material- und Zulieferkosten von rund 18.000 Dollar sowie weitere Produktionskosten von 10.000 Dollar hat. Bei nennenswerten Stückzahlen könnte sich der Bau damit lohnen.

Aktie zuletzt erholt

Tesla-Aktionäre brauchen starke Nerven. Erst vergangene Woche legte das Unternehmen erstmals seit zwei Jahren wieder schwarze Zahlen vor. Dabei wurde klar, dass das Modell 3 das Zeug dazu hat, zum Verkaufsschlager zu werden. Der Umsatz stieg im September-Quartals nicht zuletzt dank der guten 3er-Verkäufe um mehr als das doppelte auf 6,8 Milliarden Dollar. An der Börse kam das gut an, die Tesla-Aktie zog daraufhin deutlich an.

Zudem gab es eine weitere Nachricht für die Anleger. Denn ein prominster Hedge-Fonds, der bislang gegen Tesla gewettet hatte, hat nun die Seiten gewechselt. Andrew Edward Left von Citron Research ist nämlich plötzlich voll des Lobes füt Tesla. "Es ist eine Revolution, die ich unterschätzt habe", sagte Left dem Sender Bloomberg TV. Tesla habe die gesamte Autoindustrie aufgemischt.

Die Aktie ist im Oktober unter großen Schwankungen weiter nach oben gelaufen und hat am Freitag bei der Nasdaq 330,90 Dollar geschlossen, ein Tagesgewinn von gut fünf Prozent. Das jahreshoch lag im August bei 379 Dollar, das Jahrestief, auch im Oktober, bei 250 Dollar. Über fehlende Volatilität darf man sich als Tesla-Aktionär also nicht beklagen.

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Das frühreife Kind
Am 28. Juni 1971 erblickt Elon Musk in Südafrika das Licht der Welt. Er wächst in wohlhabenden Verhältnissen auf. Sein Vater ist Ingenieur, seine Mutter hat eine Praxis als Ernährungsberaterin. Elon ist neugierig und frühreif. Manchmal verfällt der kleine Junge in eine Art Trance, dann hört er nicht mehr hin. Ärzte machen Tests mit ihm und beschließen, seine Polypen herauszunehmen. Das ändert nichts.

rm