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Dax-Titel bricht ein Neue Vorwürfe gegen Wirecard

Stand: 31.05.2019, 14:31 Uhr

Wieder Wirecard, wieder ein kritischer Bericht: Nach Recherchen des "Handelsblatts" steht der Dax-Konzern im Visier der Behörden wegen der Zusammenarbeit mit betrügerischen Trading-Seiten. Wirecard dementiert.

Die Wirecard-Aktie verlor am Freitagvormittag zeitweise über zwölf Prozent und reagierte damit auf einen Bericht des "Handelsblatts". Laut dessen Recherchen sehen derzeit mehrere Staatsanwaltschaften Wirecard als einen zentralen Zahlungsabwickler für betrügerische Trading-Seiten an. Der Konzern aus Aschheim bei München wies dies zurück: Seines Wissens gehe niemand in dem Zusammenhang gegen Wirecard vor.

Wirecard: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
153,95
Differenz relativ
-2,75%

Der Dax-Konzern betonte, "dass wir ausschließlich Geschäftsbeziehungen führen, die alle regulatorischen Vorschriften erfüllen". Alle Kunden würden vorab nach dem Geldwäschegesetz überprüft und laufend überwacht. "Sollte ein Verstoß eines Kunden gegen gesetzliche, aufsichtsrechtliche oder interne Vorschriften bekannt werden, werden entsprechend sofortige Maßnahmen ergriffen und die Geschäftsbeziehung beendet."

"Kunde frühzeitig aktiv gekündigt"

Laut "Handelsblatt" taucht der Name Wirecard in den Ermittlungsakten gehäuft auf. Dem Bericht zufolge haben betrügerische Internet-Anbieter wie "Option888" über Konten bei der Wirecard Bank Gelder von Kunden für hoch riskante Geschäfte eingesammelt. Das Geld sei aber nie investiert worden, sondern in dunklen Kanälen verschwunden. Dem Zahlungsabwickler drohten nun zivilrechtliche Klagen.

"Aufgrund unseres Risikomanagements wurde der Kunde frühzeitig aktiv gekündigt", teilte Wirecard mit Bezug auf "Option888" mit.

Millionenbetrüger unterwegs

Dass Betrüger wie "Option888" insbesondere mit "Binären Optionen" Privatanleger abzocken, ist schon länger bekannt. Im Februar hatte das österreichische Innenministerium über einen erfolgreichen Schlag gegen eine Bande aus Wien und Sofia berichtet, die über mehrere Plattformen über 100 Millionen Euro von Anlegern erbeutet hatte. Diese sollen laut "Handelsblatt" einen Teil ihres Zahlungsverkehrs über die Wirecard Bank abgewickelt haben. Ein Großteil der Ermittlungen liegt bei der Staatsanwaltschaft in Wien, die gegen Wirecard aber nicht ermittelt, sondern nur Unterlagen angefordert hat.

Schon im vergangenen Sommer hatte boerse.ARD.de ausführlich über die Milliarden-Abzocke mit Binären Optionen durch dubiose Onlinebroker berichtet.

rtr/dpa-AFX/la