Daimler-Chef Dieter Zetsche auf der HV 2017
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Abgasskandal Neue Vorwürfe gegen Daimler

Stand: 25.05.2018, 14:11 Uhr

Der Dieselskandal will nicht enden: Jetzt gibt es neue Vorwürfe gegen den Stuttgarter Autobauer. Daimler droht laut einem Bericht des "Spiegel" der Rückruf hunderttausender weiterer Autos.

Es gehe um mehr als 600.000 Fahrzeuge unter anderem der Baureihen C und G, berichtet das Magazin am Freitag. Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) gehe einem konkreten Verdacht nach, dass auch bei diesen Fahrzeugen unzulässige Abschalteinrichtungen die Wirkung des Abgassystems manipulierten. Aktuell gebe es bereits Prüfungen an den betreffenden Autos.

Die Modelle haben dem Bericht zufolge einen vergleichbaren Motor wie der Mercedes-Van Vito mit 1.6-Liter-Motor und Schadstoffklasse Euro 6, für den das KBA einen Rückruf angeordnet hat.

Zetsche ins Verkehrsministerium zitiert?

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Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) wolle Daimler-Chef Dieter Zetsche am Montag ins Ministerium einbestellen, berichtet das Magazin weiter. Er habe "das Kraftfahrt-Bundesamt angewiesen, weiteren Verdachtsfällen bei Mercedes unverzüglich nachzugehen".

Daimler betonte, dass dem Unternehmen zu den zusätzlich genannten Fahrzeugen keine amtliche Anhörung vorliege, die einem Bescheid vom KBA vorausgehen müsste. Man kooperiere vollumfänglich mit den Behörden, äußere sich aber nicht zu Spekulationen.

Im Fall des Kleintransporters Vito sind weltweit gut 4.900 Fahrzeuge betroffen, darunter gut 1.370 in Deutschland. Daimler hat Widerspruch gegen den Rückruf-Bescheid angekündigt. Daimler steht im Abgasskandal seit Jahren unter Druck. Es gibt Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Stuttgart gegen den Konzern und auch ein Verfahren in den USA.

Markus Gürne
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Abgas-Krise jetzt auch bei Daimler

dpa-AFX