Wirecard Kreditkarten

Illegale Geschäfte abgewickelt? Strafanzeige gegen Wirecard

Stand: 04.03.2020, 11:46 Uhr

Der Zahlungsdienstleister aus dem Dax kommt nicht zur Ruhe. Nun hat eine Wiener Anlegerschutzorganisation laut einem Medienbericht Strafanzeige gestellt. Das Unternehmen hat die Anschuldigungen prompt zurückgewiesen.

Konkret geht es laut dem "Handelsblatt" um "Finanztransfers in Zusammenhang mit mutmaßlich betrügerischen Online-Trading-Webseiten sowie für illegale Online-Gambling-Webseiten in beträchtlichem Ausmaß". Solche Geschäfte sollen "seit vielen Jahren ungehindert und ungestraft" über den Dax-Konzern Wirecard gelaufen sein.

Betrug an Tausenden Kleinanlegern?

Laut dem Handelsblatt wirft dies die Wiener Anlegerschutzorganisation "European Funds Recovery Initiative" (EFRI) dem Unternehmen vor. Offenbar vertritt EFRI mit Anwälten aus mehreren Ländern rund 780 Opfer betrügerischer Online-Trading-Webseiten. Den Schaden sieht EFRI auf mehr als 28 Millionen Euro. Laut den EFRI-Vertreter ermöglicht Wirecard mit seinen Diensten "den mutmaßlichen Betrug an Tausenden europäischen Kleinanlegern".

Dazu gehören laut der Anlegerschutzorganisation vor allem Trading-Seiten, auf denen etwa der Handel mit binären Optionen angeboten wird. Ihnen soll Wirecard zwischen 2012 und 2019 Konten bereitgestellt haben. In der Anzeige werden die Banc de Binary, Option 888, Handel-FX und 24-Option aufgezählt. Darüber hinaus soll Wirecard Kreditkartenzahlungen für die Seiten Algotechs, Bealgo, Any-Option und EZ Invest abgewickelt haben.

Wirecard wehrt sich

Der Konzern hat die Anschuldigungen gegen der Zeitung bereits zurückgewiesen. Wirecard unterstütze "in keiner Weise unlizenzierte Online-Trading- oder Gambling-Seiten". In diesen Bereichen lasse man ausschließlich Unternehmen mit gültiger, staatlicher Lizenz zu. Zudem führe die Wirecard Bank AG bei Annahme solcher Kunden eine Hintergrundrecherche durch. Dadurch sollten unseriöse Trading-Plattformen identifiziert ausgeschlossen werden.

Wirecard wird Vorwürfe über vermeintlich illegale Zahlungsabwicklungen seit Jahren nicht los. Derzeit läuft auch eine Sonderprüfung, die die jahrelangen Vorwürfe wegen angeblicher Bilanzmanipulationen klären soll. Die Aktie des Dax-Unternehmens hat auf Vorwürfe mehrfach mit heftigen Einbrüchen reagiert. Auch einige Börsenbriefe hatten das Unternehmen ins Visier genommen, um mit entsprechenden Short-Trades Gewinne zu erzielen. Die Aktie hat sich in der Vergangenheit stets von den Rückgängen wieder erholt.

AB