Mode

Eine Frau geht am Eingang zum Hugo Boss-Fabrikverkauf in Metzingen vorbei

Großaktionär an Bord Neue Fantasie bei Hugo Boss

Stand: 16.02.2017, 14:51 Uhr

Die Modemarke Hugo Boss aus dem MDax ist ins Visier eines aktivistischen Investors geraten. Die Börse reagiert elektrisiert, das Boss-Papier legt kräftig zu.

Mit über sechs Prozent Kursgewinn steht das Hugo-Boss-Papier am Donnerstag Nachmittag mit Abstand an der MDax-Spitze. Die Investoren reagieren euphorisch auf eine Meldung des "Manager Magazins", die über den Einstieg eines neuen Großaktionärs berichtet.

Dabei handelt es sich um keinen Unbekannten. Angeblich hat sich nämlich die Groupe Bruxelles Lambert (GBL) des belgischen Milliardärs Albert Frère beim Metzinger Unternehmen mit knapp drei Prozent engagiert. Sie plane darüber hinaus weitere Zukäufe, schreibt das Blatt. Zu dem Bericht wollten sich weder das Unternehmen noch der Investor äußern.

Alles schon mal da gewesen

Neuer Hugo Boss-Vorstandschef  Mark Langer

Neuer Hugo Boss-Vorstandschef Mark Langer. | Bildquelle: picture alliance / dpa

GBL ist bekannt dafür, bei seinen Beteiligungen Einfluss auszuüben. So stiegen die Belgier 2015 beim Dax-Konzern Adidas ebenfalls zunächst mit drei Prozent ein, erhöhten dann auf 7,2 Prozent und halten mittlerweile noch einen Anteil von fünf Prozent. Auch ein Sitz im Aufsichtsrat wurde durchgeboxt. Investor GBL dürfte bisher mehr als zufrieden sein mit seinem Engagement, wie ein Blick auf den Adidas-Chart zeigt. Kein Wunder also, dass die Börse bei dieser Heuschrecken-Fantasie anspringt.

Adidas: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
189,90
Differenz relativ
+0,21%

Bei Hugo Boss hat Firmenchef Mark Langer zuletzt die Reißleine gezogen. Langer will das Unternehmen zukünftig mit nur noch zwei Marken und einer Fokussierung auf Herrenmode ausrichten. Zuvor hatte es eine Reihe bitterer Enttäuschungen gegeben.

Im Falle Hugo Boss hat GBL gute Kontakte zum Boss-Großkationär Gaetano Marzotti. Dessen Familie besitzt etwa zehn Prozent der Boss-Anteile. Zuletzt wurde der italienische Sneaker-Hersteller Golden Goose an den Finanzinvestor Carlyle verkauft.

Aktie brutal abgestürzt

Nur langsam erholt sich das Hugo-Boss-Papier von dem Kursdesaster seit 2015. Lange Jahre das Lieblingskind der Anleger, geriet die Aktie ab dem Frühjahr 2015 heftig unter Druck. Von rund 120 Euro im Hoch bis auf etwas über 46 Euro im Sommer 2016, das war ein bitterer Absturz. Von diesem Niveau hat sich das Papier seitdem zaghaft wieder erholt bis auf Kurse um 60 Euro. Die heutige Meldung treibt das Papier über 64 Euro.

rm