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Neue Rekorde Netflix – wenn Superlative nicht mehr reichen

von Angela Göpfert

Stand: 17.04.2018, 07:31 Uhr

Der Netflix-Boom kennt keine Grenzen. Zu Jahresbeginn hat das Wachstum bei dem weltgrößten Streaming-Konzern ungeahnte Dimensionen erreicht.

Das Wachstum großer Konzerne in gesättigten Märkten schwächt sich ab. Für gewöhnlich. Normalerweise. Doch diese Regel scheint für Netflix nicht zu gelten. Noch nicht jedenfalls.

Prognosen pulverisiert

Selbst nach mehr als 20 Jahren im Geschäft hat es der weltgrößte Streaming-Konzern geschafft, einen neuen Wachstumsrekord aufzustellen. Zu Jahresbeginn hat Netflix 7,4 Millionen Kunden dazugewonnen, davon 5,5 Millionen außerhalb des US-Heimatmarktes.

Damit pulverisierte der Online-Videodienst die Prognosen der Experten, die nur mit 6,6 Millionen neuen Kunden gerechnet hatten.

Atemberaubende Wachstumsraten

Die Heerschaar neuer Kunden sorgte für einen Wachstumsimpuls ungeahnten Ausmaßes: Der Umsatz schoss im ersten Quartal um 43 Prozent in die Höhe auf 3,7 Milliarden Dollar. Einen solch gewaltigen Umsatzsprung hatte Netflix im Laufe seiner mehr als 20-jährigen Geschichte noch nicht erlebt.

Die steigenden Erlöse in Kombination mit höheren Gebühren sorgten für eine Gewinnexplosion: Der Überschuss legte um 63 Prozent zu auf 290 Millionen Dollar.

Sollte das Unternehmen im laufenden zweiten Quartal seine eigene Prognose erfüllen und 358 Millionen Dollar verdienen, dann hätte Netflix im ersten Halbjahr 2018 bereits mehr verdient als im Gesamtjahr 2017 (559 Millionen Dollar).

Teure Eigenproduktionen

Das Geheimnis hinter diesen Rekordzahlen: Netflix hat jahrelang in zum Teil sehr teure Eigenproduktionen investiert. Jetzt erntet das Unternehmen die Früchte seiner Bemühungen.

Und auch künftig will Netflix viel Geld für eigene Produktionen in die Hand nehmen: 7,5 bis 8,0 Milliarden Dollar will sich Netflix seine exklusiven Inhalte 2018 kosten lassen.

Das ist laut Experten wohl auch bitter nötig, damit Netflix seine Vormachtsstellung auf dem Streamingmarkt wahren kann. Denn Rivalen wie Amazon Prime, Hulu und neuerdings auch Walt Disney und Apple scharren schon mit den Hufen.

Anleger jubeln - der Cannes-Festivalleiter nicht

Eine Wachstumsstory wie Netflix kommt an der Börse naturgemäß gut an. Die Netflix-Aktie schoss im nachbörslichen US-Handel am Montagabend um 5,2 Prozent nach oben.

Allein seit Jahresbeginn hat die Netflix-Aktie mehr als 60 Prozent zugelegt. Zum Vergleich: Der S&P 500 hat im gleichen Zeitraum in einer hochvolatilen Achterbahnfahrt gerade einmal 0,2 Prozent hinzugewonnen.

Doch nicht überall sorgt Netflix für Begeisterungsstürme. So wird es dieses Jahr beim Filmfestival in Cannes keine Netflix-Produktionen mehr im Wettbewerb um die Goldene Palme geben.

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Netflix-Gründer Reed Hastings

Visionär Reed Hastings
Netflix gibt es schon seit 1997. Damals war es noch üblich, sich Filme in einer Videothek auszuleihen. Reed Hastings, ein Software-Programmierer und Geschäftsmann, kam die Idee einer bequemeren Alternative: Ein Online-Filmverleih, über den man Videokassetten und DVDs ausleiht, ohne in den Laden gehen zu müssen.