Twitter- und Netflix-Apps auf einem Smartphone
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Technologie ersetzt Chemie Netflix und Twitter statt Monsanto

Stand: 05.06.2018, 08:58 Uhr

Durch Bayers Übernahme des Saatgutherstellers Monsanto kommt Bewegung in wichtige US-Indizes. Der Name Monsanto verschwindet, Netflix rückt in den S&P 100 auf, im S&P 500 wird künftig Twitter auf den Kurslisten erscheinen. Die Anleger kaufen kräftig ein.

Der US-Kurznachrichtendienst wird den amerikanischen Saatgutriesen Monsanto im Aktienindex S&P 500 beerben. Nachbörslich kletterten die Titel von Twitter zeitweise um mehr als fünf Prozent. Allein in den vergangenen sechs Monaten zogen die Titel um fast 90 Prozent an.

Der S&P 500 umfasst die Aktien von 500 der größten börsennotierten US-Unternehmen. Der S&P-500 ist nach der Marktkapitalisierung gewichtet. Die Investoren kaufen so beherzt Twitter zu, weil die Titel durch die Aufnahme in einen der bedeutendsten Aktienindizes der Welt künftig in einer ganzen Reihe von passiven Indexfonds anteilig enthalten sein müssen. Passive Indexfonds bilden einen Index möglichst genau ab und lassen Investoren so an der Performance teilhaben.

Netflix: Ein Glücksfall für jedes Depot

Im deutlich weniger bedeutenden S&P 100 wird Monsanto durch Netflix ersetzt. Eine signifikante Reaktion blieb allerdings aus. Der Preis der Aktie hat sich im letzten halben Jahr auf rund 360 Dollar glatt verdoppelt.

Das Analysehaus RBC Capital hatte jüngst die Einstufung nach Nutzerumfragen in den USA, Deutschland und Frankreich auf "Outperform" mit einem Kursziel von 360 US-Dollar belassen. Es sei an der Zeit, auch von Euroflix zu sprechen, schrieb Analyst Mark Mahaney. Jedenfalls baue der Streamingdienst hier seine Position und Akzeptanz stark aus. Gleichzeitig bleibe das Geschäft in den USA stark.

ts