Joe Pesci, Al Pacino und Martin Scorsese (v.l.)

"The Irishman" zehnmal nominiert Netflix zwischen Oscar und Alltag

Stand: 20.01.2020, 11:48 Uhr

Ausgerechnet das Streaming-Portal Netflix führt die Liste der Oscar-Nominierungen an. Selbst Disney ist abgehängt. Wir werden sehen, ob Netflix auch morgen etwas zu feiern hat, denn dann werden die frischen Quartalszahlen vorgestellt.

Das US-Filmportal Netflix ist in diesem Jahr hat 24 mal für den Oscar nominiert, darunter zweimal für den besten Film. In das Rennen um die Auszeichnung für den besten Film gehen die Netflix-Produktionen "The Irishman" von Regisseur Martin Scorsese und "Marriage Story" von Noah Baumbach.

Allein für den Film "The Irishman" kann Netflix in insgesamt zehn Kategorien auf die Auszeichnung hoffen. Unter anderem sind Al Pacino und Joe Pesci für die Auszeichnung als bester Nebendarsteller nominiert, hinzu kommen Nominierungen für Bester Film, Regisseur, beste Kamera und bestes Drehbuch.

Allerdings ist die Konkurrenz groß. Der Film "Joker" liegt mit elf Nominierungen an der Spitze. Ebenfalls zehnmal nominiert ist "1917" und "Once Upon a Time in Hollywood". Hinter Netflix landet Disney mit 23 Nominierungen auf dem zweiten Rang. Die Oscar-Verleihung findet am 9. Februar in Hollywood statt.

Belebt Konkurrenz das Geschäft?

Starke Konkurrenz charakterisiert auch das Streaming-Geschäft. Zuletzt waren auch Apple und vor allem Disney in das Geschäft eingestiegen. Deshalb wird sich in den kommenden Monaten zeigen, wie Netflix sich behaupten kann. Morgen präsentiert der Streaming-Dienst die Zahlen des vierten Quartals.

Vor allem die Abonnentenzahlen sind bedeutsam: Netflix habe im zweiten Quartal 2019 erstmals seit 2011 begonnen, in den USA Kunden zu verlieren, schreibt Neil Wilson, Analyst bei markets.com. "Wir werden sehen, ob sich dieser Trend beschleunigt oder verlangsamt. Die wachsende Konkurrenz werde Netflix dazu zwingen, größere Ausgabendisziplin walten zu lassen, was sich negative auf das Programm auswirken könne.

Einige Analysten sind optimistisch

Gleichwohl äußern sich die Experten der US-Investmentbank Goldman Sachs positiv. Sie hoben vor Zahlen das Kursziel von 400 auf 450 Dollar an und empfehlen, die Aktie zu kaufen. Er rechne damit, dass das vierte Quartal des Video-Streamingdienstes die Erwartungen deutlich übertreffen werde, schrieb Analyst Heath Terry. Die Nettozahl an neuen zahlenden Abonnenten dürfte kräftig gestiegen sein und sowohl über der Unternehmensprognose als auch der des Konsens liegen.

Prinz Harry und Meghan

Prinz Harry und Meghan: Raus aus den Medien, rein in die Medien? . | Bildquelle: picture alliance/Andrew Milligan/PA Wire/dpa

Die Schweizer Großbank UBS hat das Kursziel für Netflix vor Zahlen von 370 auf 405 US-Dollar angehoben und die Einstufung ebenfalls auf "Buy" belassen. Die Aktie hat sich auf Jahressicht kaum bewegt. In den vergangenen drei Monaten legte sich rund 13 Prozent zu.

Falls die Zahlen morgen negativ ausfallen sollten, hat der Chief Content Officer eine Idee, wie man eventuell wieder neue Abonnenten gewinnen könnte: Ted Sarandos teilte mit, er sei interessiert an einer Zusammenarbeit mit Prinz Harry und Meghan Markle. Vermutlich ist das Interesse derzeit eher einseitig.

ts