Netflix: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum 1 Jahr

Aktie des Tages Netflix: Neuer Rekord, na und!?

Stand: 18.01.2019, 11:47 Uhr

Wer hätte das gedacht? Nach dem veheerenden Einbruch in der zweiten Hälfte des vergangenen Jahres um fast 50 Prozent entpuppt sich die Netflix-Aktie als wundersames Stehaufmännchen - mit besten Aussichten auf neue Höhen.

Tatsächlich hat die Aktie innerhalb von nur drei Wochen, seit ihrem Tief am 24. Dezember letzten Jahres, einen Großteil ihrer Verluste wieder aufgeholt, kletterte sie doch von 234 Dollar auf zuletzt 353 Dollar. Damit rückt sogar das Anfang Juli 2018 markierte Rekordhoch bei 419 Dollar wieder in Reichweite.

Weltweit haben die Anleger offenbar erkannt, dass Netflix weiter ein kräftig wachsendes Unternehmen ist. So verbuchte die Firma in den drei Monaten bis Ende Dezember unterm Strich 8,8 Millionen neue Abos. Im US-Heimatmarkt kamen 1,5 Millionen neue Kunden hinzu, international 7,3 Millionen. Insgesamt brachte es der Streaming-Riese zum Jahresende auf gut 139 Millionen bezahlte Mitgliedschaften.

Erlöse um ein Viertel gestiegen

Netflix-App

Netflix-App. | Bildquelle: Imago

Netflix punktete im Schlussquartal mit Produktionen wie "Bird Box" mit Hollywood-Star Sandra Bullock. Laut Schätzungen des Unternehmens dürfte der seit 21. Dezember weltweit verfügbare Thriller in den ersten vier Wochen von mehr als 80 Millionen Nutzerkonten aus aufgerufen werden. Zu den Publikumserfolgen gehören auch Filme wie "Roma" oder "The Christmas Chronicles".

Auch geschäftlich lief es rund: Die Erlöse steigerte Netflix im Schlussquartal verglichen mit dem Vorjahreszeitraum um mehr als ein Viertel auf 4,2 Milliarden Dollar, blieb damit aber leicht unter den Erwartungen der Wall Street. Der Gewinn sank zwar um 28 Prozent auf 134 Millionen Dollar, aber für seine internationale Expansion und um Rivalen wie Amazon Prime oder Hulu auf Distanz zu halten, muss Netflix viel Geld investieren - was aber auf die Margen drückt.

Analysten weiter bullisch

Dass die Anleger wegen der verfehlten Umsatzprognosen nun auf den Verkaufsknopf drücken, lässt die ohnehin bullischen Analysten kalt. Im Gegenteil. Goldman Sachs-Analyst Heath Terry hat das Kursziel für Netflix sogar weiter angehoben, von 420 auf 450 Dollar. Selbstverständlich beließ er die Aktie auf der "Conviction Buy List". Das Nettowachstum der Abonnenten im vierten Quartal sei höher als vom Markt erwartet ausgefallen, begründete er sein neues Kursziel.

Für den Analysten von JPMorgan bleibt die Netflix-Aktie mehr denn je ein Kauf. Er beließ die Einstufung auf "Overweight" , hob aber das ohnehin bereits ehrgeizige Kursziel von 425 auf 435 Dollar an. Die jüngst bekannt gegebenen Preiserhöhungen für US-Kunden signalisierten das Vertrauen des Managements in die jüngste Geschäftsentwicklung, schrieb Analyst Douglas Anmuth.

Keine Angst vor neuen Konkurrenten

Die vor zwei Tagen bekannt gewordene Anhebung der Preise in den USA zwischen 13 und 18 Prozent hatte der Aktie einen zusätzlichen Schub verliehen, wurde die Entscheidung doch als Beweis für die Stärke des Unternehmens als auch des Marktes interpretiert.

Auch die Analysten von Raymond James stuften die Netflix-Papiere zuletzt von "Outperform" auf "Strong Buy" hoch. Die Aktie, die momentan bei über 350 US-Dollar gehandelt wird, hat also noch deutliches Potenzial.

Allerdings drängen auch andere Anbieter auf den boomenden Streamingmarkt. So möchte beispielsweise Disney in diesem Jahr ein eigenes Video-On-Demand-Angebot starten, auch AT&Ts Warner Media und Apple bereiten offenbar einen Markteintritt vor. Bis andere Anbieter aber konkurrenzfähige Angebote zu Netflix vorlegen können, könnte es noch eine Weile dauern. Bis dahin haben die Kalifornier gute Chancen, ihre Position als unangefochtener Platzhirsch weiter auszubauen.

lg