Nestlé Pure Life

Die Prognose hält noch Nestlé profitiert von Hamsterkäufen

Stand: 24.04.2020, 14:25 Uhr

Vorratskäufe in der Coronakrise haben Nestlé einen starken Jahresauftakt und das stärkste Wachstum seit fünf Jahren beschert. Erfreulich für die Anleger ist auch, dass die Prognose vorläufig weiterhin Bestand hat.

Wegen der in vielen Ländern verordneten Ausgangsbeschränkungen deckten sich die Konsumenten im März vorsorglich mit Fertigprodukten, Tierfutter und Kaffee ein, wie der Schweizer Konzern mitteilte. Der um Übernahmen und Wechselkurseffekte bereinigte Umsatz stieg im ersten Quartal um 4,3 Prozent - das stärkste Wachstum seit fast fünf Jahren.

Damit übertraf der Nahrungsmittelriese die Analysten-Erwartungen ebenso wie andere Konsumgüterhersteller - etwa den stärker in Schwellenländern präsente Unilever-Konzern oder den französischen Rivalen Danone.

Nestlé-Chef Ulf Mark Schneider

Nestlé-Chef Ulf Mark Schneider. | Bildquelle: picture alliance / Laurent Gillieron/KEYSTONE/dpa

Prognose bleibt vorerst gültig

Während diese ihre Jahresziele zurückzogen, hielt Nestlé am Ausblick fest - vorläufig, wie das Unternehmen betonte. Es sei noch zu früh, die vollen Auswirkungen von der Corona-Krise zu beurteilen. So peilt der für Nescafé, Maggi oder KitKat bekannte Konzern eine weitere Verbesserung des organischen Umsatzwachstums und der Ergebnismarge an. 2019 hatte Nestle ein organisches Umsatzwachstum von 3,5 Prozent erzielt.

Die Coronakrise sei noch lange nicht vorbei, warnte Konzernchef Mark Schneider. "Wir werden in den kommenden Quartalen weiterhin mit vielen Unsicherheiten zu kämpfen haben." Nestlé werde sich aber rasch an neue Bedürfnisse der Konsumenten und Beeinträchtigungen der weltweiten Lieferketten anpassen.

Von schwächelnden Geschäften getrennt

Die Beschleunigung im laufenden Jahr hat auch damit zu tun, dass sich Nestle zuletzt von schwächelnden Geschäften trennte. So wurde etwa das US-Eiskremegeschäft und das Hautgesundheits-Geschäft verkauft. Zusammen mit dem starken Franken sorgte dies dafür, dass der publizierte Umsatz im ersten Quartal um 6,2 Prozent auf 20,8 Milliarden Franken sank. Gewinnzahlen veröffentlichte Nestlé nicht.

Nestlé Zentrale

Nestlé-Zentrale. | Bildquelle: Unternehmen

Die US-Bank JPMorgan hat die Einstufung für die Aktie auf "Overweight" mit einem Kursziel von 99 Franken belassen. Der Lebensmittelkonzern habe im ersten Quartal die Erwartungen übertroffen, schrieb Analystin Celine Pannuti. Sie lobte vor allem die starke Entwicklung in einigen Schwellenländern.

Analyst John Ennis von Goldman Sachs lobt, dass die Schweizer die Jahresziele beibehalten hätten. Damit hätten sie zugleich einen Trend im Konsumgütersektor durchbrochen.

ts/rtr

1/12

Vom Wohltäter zum Lebensmittel-Multi Die Nestlé-Geschichte

Unternehmensgründer Henri Nestlé

Unternehmensgründer Henri Nestlé
Der eigentliche Gründungsvater des Schweizer Nahrungsmittelkonzerns war… ein Deutscher. Der Frankfurter Apotheker Heinrich Nestle wanderte Mitte des 19. Jahrhunderts in die Schweiz aus. In Vevey am Genfer See tüftelte er an einem Mittel für Säuglinge, die nicht gestillt werden konnten. So erfand er das "farine lactée", das so genannte Kindermehl, eine Kombination aus Kuhmilch, Weizenmehl und Zucker.