Löffel mit löslichem Kaffee
Audio

Milliarden für Kaffeebohnen Nestlé macht den Starbucks-Deal

Stand: 07.05.2018, 08:06 Uhr

Der Schweizer Konsumgüter-Riese lässt sich die Übernahme des Konsumenten- und Gastronomie-Geschäfts der US-Kaffeehauskette viel kosten. Die Kaffeehäuser von Starbucks bleiben davon unberührt.

7,5 Milliarden Dollar für Getränke und Kaffeebohnen, die Starbucks weltweit in Supermärkten verkauft sowie Produkte des US-Unternehmens für die Gastronomie wechseln den Besitzer. Gerüchte, dass ein solcher Deal bevorstehen würde, hatte es bereits am Wochenende gegeben, am Montagmorgen meldeten die Schweizer nun eine Einigung mit Starbucks. Der Bereich hatte zuletzt Jahresumsätze von rund zwei Milliarden Dollar erreicht.

Nur noch Kaffeeläden

Starbucks will sich mit dem Verkauf offenbar auf sein Kerngeschäft, das Betreiben seiner weltweit vertretenen Kaffee-Shops, konzentrieren. Laut der Mitteilung wird mit dem Deal keinerlei Anlagevermögen übertragen. Starbucks betreibt global rund 28.000 Kaffeeläden.

Der US-Konzern hatte bereits im November seine Teemarke Tazo für 384 Millionen Dollar verkauft. Den Zuschlag hatte damals ein Rivale von Nestlé bekommen: Der niederländische Konsumgüterriese Unilever.

Neues Wachstum gesucht

Beide Konzerne wollen sich mit dem Geschäft offenbar neue Wachstumschancen erschließen. Starbucks dürfte seinen Erlös in die weitere Expansion stecken. Das Unternehmen hatte zuletzt vor allem im Stammmarkt USA geschwächelt. Mit den Zahlen zum vierten Quartal 2017 hatte man die Anleger zudem mit einem eher trüben Umsatzausblick irritiert.

Auch bei Nestlé gab es in den vergangenen Monaten Licht und Schatten. Zwar verbuchte das Unternehmen im vergangenen Berichtsquartal einen Milliardengewinn. Doch konnten die Schweizer zuletzt kaum Preiserhöhungen durchsetzen. Und die Erlöse in den Schwellenländern ließen zudem ebenfalls zu wünschen übrig. Nestlé verspricht sich von dem Zukauf eine Stärkung seines Geschäfts in Nordamerika. Aktien von Nestlé haben seit einem Allzeithoch im vergangenen August rund 15 Prozent an Wert verloren.

AB

1/11

Vom Wohltäter zum Lebensmittel-Multi Die Nestlé-Geschichte

Unternehmensgründer Henri Nestlé

Unternehmensgründer Henri Nestlé: Der eigentliche Gründungsvater des Schweizer Nahrungsmittelkonzerns war… ein Deutscher. Der Frankfurter Apotheker Heinrich Nestle wanderte Mitte des 19. Jahrhunderts in die Schweiz aus. In Vevey am Genfer See tüftelte er an einem Mittel für Säuglinge, die nicht gestillt werden konnten. So erfand er das "farine lactée", das so genannte Kindermehl, eine Kombination aus Kuhmilch, Weizenmehl und Zucker.