Nestlé

Trotz Streit mit Edeka Nestlé kommt in Fahrt

Stand: 19.04.2018, 10:23 Uhr

Der monatelange Streit mit Edeka hat Nestlé nicht geschadet. Die Geschäfte im ersten Quartal liefen gut, die Umsätze in Schwellenländern stiegen. Allerdings konnten die Schweizer bei den Preisen nicht so zulangen wie gewünscht.

Ein Lichtblick: Nestlé wächst doch wieder kräftiger. Der Schweizer Nahrungsmittelkonzern konnte das organische Wachstum im ersten Quartal auf 2,8 Prozent steigern, wie der weltgrößte Nahrungsmittelhersteller mit Marken wie Kitkat oder Maggi am Donnerstag mitteilte.

Das ist deutlich mehr als das Plus im Schlussquartal von lediglich 1,9 Prozent, und auch mehr, als die Konsensschätzungen der Analysten von 2,5 Prozent. Der Streit mit Edeka und anderen europäischen Einzelhändlern rund um die Preisgestaltung hatte Befürchtungen geweckt, die Umsätze könnten leiden.

Erholung für Nestlé-Aktie

Doch nun gibt die neue Quartalsbilanz Entwarnung, was die Aktie entlastet. In den letzten Wochen und Monaten hatte sich der Kurs eher unterdurchschnittlich entwickelt, was darauf schließen lässt, dass Marktteilnehmer bei dem Nahrungsmittelhersteller mit einem enttäuschenden Start ins neue Jahr gerechnet hatten. Die Aktien zählen im bisherigen Jahresverlauf zu den schwächsten Vertretern im Schweizer SMI-Index.

Allerdings hatte man sich in Expertenkreisen mehr von der Entwicklung der Absatzpreise erhofft. Sie nahmen lediglich um 0,2 Prozent zu, was die diesbezüglichen Erwartungen nicht ganz erfüllte.

Für Analystin Pinar Ergun von der UBS ist das aber auch der einzige Kritikpunkt. Sie führt dies auf eine geringere Teuerung in den Schwellenländern zurück.

Früher waren es sechs Prozent

Gleichwohl sei das immer noch unter drei Prozent liegende organische Umsatzwachstum kein Grund, in Euphorie zu verfallen. Früher kamen die Schweizer auf Wachstumsraten von sechs Prozent und mehr.

Analyst Andreas von Arx von Baader-Helvea macht das Nordamerika-Geschäft sowie die günstige Vergleichsbasis im Geschäft mit Süßwaren und Tiernahrung für die Wachstumsbeschleunigung verantwortlich. Es sei positiv, dass die Streitigkeiten rund um die Preisgestaltung mit europäischen Händlern einen geringeren Einfluss auf die Absatzentwicklung gehabt hätten als ursprünglich befürchtet.

bs

1/11

Vom Wohltäter zum Lebensmittel-Multi Vor gut 150 Jahren begann die Erfolgsgeschichte von Nestlé: mit Milchpulver für Babys. Daraus wurde ein Weltkonzern.

Unternehmensgründer Henri Nestlé

Unternehmensgründer Henri Nestlé: Der eigentliche Gründungsvater des Schweizer Nahrungsmittelkonzerns war… ein Deutscher. Der Frankfurter Apotheker Heinrich Nestle wanderte Mitte des 19. Jahrhunderts in die Schweiz aus. In Vevey am Genfer See tüftelte er an einem Mittel für Säuglinge, die nicht gestillt werden konnten. So erfand er das "farine lactée", das so genannte Kindermehl, eine Kombination aus Kuhmilch, Weizenmehl und Zucker.