Nestlé-Joghurts

Jahresziele bekräftigt Nestlé: 20 Milliarden für die Aktionäre

Stand: 17.10.2019, 09:05 Uhr

Nestlé ist im Sommerquartal etwas langsamer gewachsen als zuvor. An seinen Jahreszielen hält der Konzern aber fest. Und die Anleger können sich über einen satten Geldregen freuen - allerdings wohl ohne Sonderausschüttung.

So will der Konzern bis 2022 erneut bis zu 20 Milliarden Franken an seine Aktionäre ausschütten - hauptsächlich in Form von Aktienrückkäufen. Ein Teil des Geldes könne auch über Sonderdividenden fließen - vorausgesetzt Nestlé benötige das Geld nicht für Zukäufe. Das aktuelle Aktienrückkaufprogramm mit einem Umfang von ebenfalls 20 Milliarden Franken läuft zum Jahresende aus.

Nestlé hatte unlängst den rund zehn Milliarden Franken schweren Verkauf der Hautpflegesparte Nestle Skin Health abgeschlossen. Einige Investoren hatten sich deshalb bereits Hoffnungen auf eine Sonderdividende oder ein weiteres Aktienrückkaufprogramm gemacht.

Konzernumbau dauert an

Darüber hinaus hat Firmenchef Mark Schneider auch das Fleischwarengeschäft unter der Marke Herta auf den Prüfstand gestellt. Hier dauere die Prüfung strategischer Optionen an und werde wie geplant bis zum Jahresende abgeschlossen sein, erklärte das Unternehmen. Mit einem möglichen Verkauf will sich Nestlé den geänderten Konsumgewohnheiten anpassen: In vielen Ländern sinkt die Nachfrage nach Fleisch, während die Menschen verstärkt zu vegetarischen Produkten greifen. Beide Maßnahmen sind Teil des von Schneider angestoßenen Konzernumbaus.

Er hat sich in den vergangenen Jahren von schwächelnden oder nicht zum Kerngeschäft gehörenden Geschäftsteilen getrennt und das Geld in Wachstumsbereiche wie Kaffee, Babynahrung, Tiernahrung, Wasser oder das Geschäft mit gesunden Lebensmitteln investiert. All das soll helfen, den Nahrungsmittelriesen bis 2020 wieder zu alten Wachstumsraten im mittleren einstelligen Bereich zurückzuführen.

Langsameres Wachstum in den Sommermonaten

An der Börse kommen die Umbaupläne gut an. Nachdem der Kurs jahrelang nicht von der Stelle kam ist er seit Jahresbeginn um gut ein Drittel auf über 100 Franken in die Höhe geschossen.

Im Sommerquartal ist das Geschäft etwas langsamer gewachsen als zuvor. Die bereinigten Erlöse stiegen um 3,7 Prozent - nach 3,9 Prozent im Quartal davor. Erstmals seit langem konnte Nestlé nicht von Preiserhöhungen profitieren. Insgesamt legte der Umsatz um 2,9 Prozent auf 68,4 Milliarden Franken zu.

Dennoch bestätigte der Schweizer Konzern die Ziele für das laufende Jahr: Nestle peilt weiterhin ein organisches Plus von rund 3,5 Prozent und eine bereinigte operative Marge von rund 17,5 Prozent oder mehr an.

lg/rtr

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Vom Wohltäter zum Lebensmittel-Multi Die Nestlé-Geschichte

Unternehmensgründer Henri Nestlé

Unternehmensgründer Henri Nestlé
Der eigentliche Gründungsvater des Schweizer Nahrungsmittelkonzerns war… ein Deutscher. Der Frankfurter Apotheker Heinrich Nestle wanderte Mitte des 19. Jahrhunderts in die Schweiz aus. In Vevey am Genfer See tüftelte er an einem Mittel für Säuglinge, die nicht gestillt werden konnten. So erfand er das "farine lactée", das so genannte Kindermehl, eine Kombination aus Kuhmilch, Weizenmehl und Zucker.