händler an der New York Stock Exchange
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Mögliche nächste Runde im Handelsstreit China-Aktien von der Wall Street verbannt?

Stand: 30.09.2019, 08:40 Uhr

Laut Medienberichten könnte US-Präsident Donald Trump eine neue Front im Kampf gegen den Handelsrivalen China eröffnen. Offenbar denkt er darüber nach, die Börsennotierung chinesischer Firmen in den USA einzustellen - heftige Kursturbulenzen gab es bereits.

Als am Freitag die Meldung der Nachrichtenagentur Reuters verbreitet wurde, dauerte es nicht lange, bis die Kurse reagierten: Papiere von chinesischen Tech-Schwergewichten wie Alibaba oder der Suchmaschine Baidu rutschten um fünf bis sechs Prozent ab.

Der gesamte Technologieindex der Nasdaq rutschte am Freitag um zwischenzeitlich mehr als ein Prozent ab. Damit gaben die Techs deutlich stärker nach als die Aktien im Dow-Jones-Index oder im marktbreiteren S&P 500. Bis zum Handelsende hatten sich die Indizes aber wieder leidlich erholt..

Kapitalströme blockieren

Alibaba ADR: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
Kurs
168,80
Differenz relativ
-0,47%

Laut Reuters erwägt die US-Regierung, die Börsennotierung chinesischer Firmen in den USA komplett einzustellen. Ein solcher Schritt wäre Teil von Bemühungen im größeren Stil, chinesische Investitionen in den USA einzuschränken, sagte eine mit den Überlegungen vertraute Person zu Reuters. Derartige Maßnahmen dürften den Handelsstreit zwischen den beiden größten Wirtschaftsmächten kräftig anheizen.

Auch Bloomberg will von entsprechenden Gedankenspielen erfahren haben. Die US-Regierung denke über die Begrenzung amerikanischer Kapitalströme in Richtung China nach. Entsprechende Diskussionen würden derzeit in der Trump-Administration geführt, so Bloomberg am Freitag mit Bezug auf informierte Personen. Zudem könnte das Engagement amerikanischer Pensionsfonds in chinesischen Märkten begrenzt werden. Ein genauer Plan sei noch nicht ausgearbeitet worden, berichtet Bloomberg weiter. Auch stehe jede Option unter Vorbehalt der Genehmigung durch US-Präsident Donald Trump, der bisher nur grünes Licht für die Debatte gegeben habe. Das Weiße Haus wollte sich zu der Angelegenheit nicht äußern. Das Finanzministerium dementierte sogar entsprechende Überlegungen.

Nasdaq dämmt China-IPOs ein

Ganz konkrete Pläne zur Beschränkung chinesischer Aktien in den USA hat der US-Börsenbetreiber Nasdaq Neuemissionen (IPO) von Kleinunternehmen aus der Volksrepublik bereits auf den Weg gebracht. So werden zum Beispiel die Vorschriften für geplante Börsengänge verschärft, wie aus offiziellen Mitteilungen hervorgeht.

Darüber hinaus werde der Genehmigungsvorgang für den Sprung auf das Handelsparkett verlangsamt, sagten Investmentbanker und Unternehmenschefs. Im vergangenen Jahr sind insgesamt 19 chinesische Firmen an die Nasdaq gegangen.

Die Umsätze mit Aktien der meisten chinesischen Firmen bleiben nach der Börsennotierung in New York niedrig, da sich die Dividendenpapiere in den Händen von nur wenigen Investoren befinden. Diese geringe Liquidität macht sie unattraktiv für viele institutionelle Investoren. Eine zunehmende Zahl der Firmen erhält zudem bei ihrem Börsengang den Großteil ihres Kapitals aus chinesischen Quellen und nicht von US-Anlegern.

AB