Ein gelbes Taxi fährt an einem Nasdaq-Schriftzug in New York vorbei

Tech-Boom Nasdaq erstmals über 10.000 Punkten

Stand: 10.06.2020, 08:25 Uhr

Die Nasdaq-Indizes haben erstmals in ihrer Geschichte die Marke von 10.000 Punkten überwunden. Tech-Titanen wie Apple, Amazon und Microsoft gelten als Profiteure der Corona-Pandemie.

Der Nasdaq Composite hat am Dienstag gegen den Markttrend erneut zugelegt und den dritten Tag in Folge ein Rekordhoch markiert. Er rückte um 0,3 Prozent auf 9.954 Punkte vor. Erstmals in seiner Geschichte überwand er vorübergehend die 10.000er Marke.

Der Auswahlindex Nasdaq 100 - hier sind die 100 größten Unternehmen des Nasdaq Composite vertreten - konnte im Handelsverlauf ebenfalls die 10.000-Punkte-Marke knacken. Zum Handelsschluss notierte der Nasdaq 100 0,7 Prozent höher bei 9.967 Punkten.

Neue Rekordhochs auch bei Apple, Amazon und Microsoft

Angeschoben wurden die Nasdaq-Indizes von Schwergewichten wie Apple, Amazon und Microsoft, die ebenfalls Höchstmarken erreichten. Amazon-Aktien gewannen am Dienstag 3,0 Prozent. Mehrere Analysten hoben dank verbesserter Geschäftsaussichten ihre Kursziele für den Online-Händler an. Seit ihrem März-Tief ist die Amazon-Aktie bereits um 60 Prozent in die Höhe geschossen.

Doch mit dieser beeindruckenden Kursperformance ist Amazon an der Nasdaq kein Einzelfall. Papiere des Elektroautopioniers Tesla haben seit ihrem März-Tief sogar 170 Prozent hinzugewinnen können. Neben den bereits genannten Einzelaktien gehören auch Netflix, Facebook und die Google-Mutter Alphabet zu den großen Profiteuren des Tech-Comebacks an der Wall Street.

Die Gier ist zurück

Anleger setzen auf eine immer stärkere Digitalisierung von Wirtschaft, Konsum und öffentlichem Leben, die von der Corona-Pandemie noch befeuert werden dürfte. Die Tech-Aktien sind daher die Anführer der laufenden Erholung an der Wall Street. Für das laufende Jahr steht für den Nasdaq Composite bereits ein Plus von 11 Prozent zu Buche. Dagegen notiert der marktbreite S&P 500 mit einem Minus von 0,7 Prozent seit Jahresbeginn trotz der jüngsten Erholungsrally immer noch in der Verlustzone.

Mit Blick auf die rasante Erholung an der Wall Street und die zeitgleich darbende US-Wirtschaft warnen einige Marktbeobachter vor zu viel Euphorie. In der Tat zeigte der „CNN Fear and Greed Index”– erstmals seit Mitte Februar – zuletzt wieder Anzeichen von „Gier“.

ag