Überflutung nach Dammbruch der brasilianischen Minengesellschaft Vale SA

Nach dem Dammbruch Vale erwägt harten Notfallplan

Stand: 28.01.2019, 10:17 Uhr

Der brasilianische Bergbaukonzern Vale plant nach dem verheerenden Dammbruch an einer seiner Eisenerzminen in Brasilien, die Dividendenzahlungen und Aktienrückkäufe auszusetzen. Auch an den Managergehältern soll gespart werden. Die Aktie steht weiter unter Druck.

Die Beschlüsse habe der Verwaltungsrat in einer außerordentlichen Sitzung beraten, teilte der Bergbaukonzern mit. Bei den Managern sollen die variablen Gehaltsanteile vorübergehend gestrichen werden. Es sei auch die Gründung von zwei Gremien mit externen Beratern beschlossen worden, um den Verwaltungsrat zu unterstützen, hieß es weiter. Ein Ausschuss solle sich um Unterstützung für die Hinterbliebenen und die Schäden des Dammbruchs kümmern. Die andere Gruppe solle die Ursachen der Katastrophe untersuchen.

Nach dem Dammbruch nahe der Ortschaft Brumadinho im Bundesstaat Minas Gerais ist die Zahl der bestätigten Todesopfer jüngsten Angaben zufolge auf 58 gestiegen. 305 weitere Menschen wurden noch vermisst, wie die Zivilschutzbehörde am Sonntag mitteilte. Die Zahl der Toten dürfte demnach noch weiter steigen.


Ursache noch unkl
ar

"Es sind viele Vermisste. Die Wahrscheinlichkeit, dass sie tot sind, ist erheblich gestiegen", sagte der Minister für regionale Entwicklung, Gustavo Canuto. Am Sonntag konnten die Rettungskräfte keine Überlebenden bergen. Der Damm an der Mine des Bergbaukonzerns Vale war am Freitag gebrochen. Eine Schlammlawine war über Teile der Anlage und benachbarte Siedlungen gerollt.

Wie es genau zu dem Unfall kam, sei noch unklar, sagte Vale-Präsident Fábio Schvartsman am Sonntag. Die Staatsanwaltschaft leitete eine Untersuchung ein, um die Verantwortlichen für das Unglück zu ermitteln.

Preis für Eisenerz auf hohem Niveau

Während Vale-Titel einknickten, waren die Aktien anderer Bergbaukonzerne gefragt. Sie reagierten auf den Dammbruch, der die Eisenerzpreise auf den höchsten Stand seit einem Jahr befördert hatte. Unter den Bergbau-Einzelwerten verteuerten sich die Aktien von Rio Tinto um 2,4 Prozent. Die Papiere des Konkurrenten BHP Billiton stiegen um 1,7 Prozent und jene von Glencore um 0,5 Prozent. Die Anteilsscheine des Bergbau- und Stahlkonzerns ArcelorMittal rückten um 1,9 Prozent vor.