Mynaric-Satellit
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Guter Auftakt einer heißen IPO-Woche Mynaric lasert sich an die Börse

Stand: 30.10.2017, 12:01 Uhr

Mit seiner Laser-Technologie will Mynaric die Datenübertragung in der Stratosphäre revolutionieren. Zur Finanzierung der Serienfertigung geht das Münchner Start-up an die Börse - und entfacht Begeisterung.

Die Aktien von Mynaric schossen am ersten Handelstag auf bis 58,78 Euro nach oben. Bis zum Mittag pendelten sie sich bei über 57 Euro ein. Damit lagen die Titel der jungen Laserfirma klar über dem Ausgabepreis von 54 Euro. Der erste Kurs hatte noch darunter, nämlich bei 53,50 Euro gelegen.

Die Papiere sind im noch jungen Segment "Scale" der Deutschen Börse gelistet. Mit diesem soll kleinen und mittleren Unternehmen den Zugang zum Aktienmarkt erleichtert werden.

Millionen für die Serienproduktion

Durch die Ausgabe von rund 500.000 Aktien fließen Mynaric brutto etwa 27,3 Millionen Euro zu. Das Geld soll unter anderem für den Aufbau einer Serienproduktion verwendet werden. Hierfür sind Investitionen in Messsysteme und Montagekapazitäten erforderlich.

Das Start-up aus Gilching bei München stellt Geräte her, die Daten per Laser mit zehn bis 40 Gigabit pro Sekunde kabellos transportieren und aus der Stratosphäre und dem Weltall zum Boden gesendet werden sollen. Ausgangspunkt ist die Annahme, dass die weltweiten Datenmengen sich jährlich in etwa verdoppeln und die bisherige Infrastruktur für die Datenübertragung daher bald an ihre Grenzen stoßen wird.

Laser statt Glasfaserkabel

Laser ist laut Mynaric-Chef Wolfram Peschko nicht nur schnell, sondern auch billiger als Glasfaserkabel in der Erde. "Weil sich das in der Stratosphäre abspielt und große Entfernungen überwunden werden, können Sie die Kosten pro Megabyte deutlich günstiger darstellen", sagt Peschko. Mynaric wurde von ehemaligen Mitarbeitern des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt gegründet

Das IPO von Mynaric markiert den Auftakt für eine Welle von Börsengängen, die in den nächsten Tagen ansteht. So will der Kochboxen-Anbieter HelloFresh am 2. November aufs Frankfurter Parkett. Einen Tag danach folgt der Schrott-Recycler Befesa (die ehemalige BUS Berzelius) mit seinem IPO.

nb