Harald Krüger, Vorstandsvorsitzender BMW

Aufsichtsrat-Treffen Mitte Juli Muss der BMW-Chef bald gehen?

Stand: 28.06.2019, 09:22 Uhr

Rückläufige Renditen, falsche Strategie bei der Elektromobilität, verpatzter Einstieg beim FC Bayern: BMW-Chef Harald Krüger steht zunehmend unter Druck. Nun muss er angeblich sogar um seine Vertragsverlängerung bangen.

Im US-Werk Spartanburg in South Carolina entscheidet sich Mitte Juli die Zukunft von Krüger. Der Aufsichtsrat von BMW wird bei einem Treffen am 18. und 19. Juli entscheiden, ob der BMW-Boss bis 2025 den Autobauer steuern darf. Krügers Vertrag läuft im Mai 2020 aus. Eine Verlängerung des Vertrags gelte im Unternehmen nicht mehr als die wahrscheinlichste Variante, berichtete das "Handelsblatt" unter Berufung auf Insider.

"Hoher Druck im Kessel"

Innerhalb des Kontrollgremiums wachsen Zweifel, ob der Kurs von BMW noch stimmt. Entsprechend groß seien die Spannungen in der Führungsriege, es herrsche "hoher Druck im Kessel", sagte ein Insider dem "Handelsblatt".

BMW ST: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
69,34
Differenz relativ
+3,85%

Nach Rekordergebnissen 2016 und 2017 ist BMW inzwischen aus der Spur gekommen. Binnen neun Monaten schockierte der Autohersteller die Anleger mit zwei Gewinnwarnungen. Im ersten Quartal 2019 verfehlten die Münchner die Zielrendite von acht Prozent. Bei der Elektromobilität hat BMW den Vorsprung verspielt und muss fürchten, dass Mercedes und Audi ihre E-Auto-Offensive schneller durchziehen. Einen "Tesla-Killer" aus dem Hause BMW lässt immer noch auf sich warten. Der i4 und der iNext kommen erst 2021.

Fröhlich und Zipse stehen bereit

Sollte Krüger gehen müssen, würde wohl ein Kandidat aus dem Vorstand nachrücken. Als mögliche Kandidaten nennt das "Handelsblatt" den Entwicklungschef Klaus Fröhlich, dessen Vertrag im nächsten Jahr ausläuft, und den Produktionschef Oliver Zipse.

Im Präsidium des Aufsichtsrats sitzen die Quandt-Erben, Stefan Quandt und seine Schwester Susanne Klatten, die zusammen rund 48 Prozent der Anteile kontrollieren. Was Quandt vom BMW-Chef hält, sagt er öffentlich nicht.

nb

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