Grafische Darstellung der neuen Tunnelröhre der Cern-Anlage

Neuer Teilchenbeschleuniger des CERN Musks Schweizer Tunnel-Träume

Stand: 24.01.2019, 15:04 Uhr

Die Physiker des CERN haben Großes vor. Sie planen einen gigantischen neuen Teilchenbeschleuniger für angeblich 24 Milliarden Euro. Den 100 Kilometer langen Tunnel unter dem Genfer See könnte Tesla-Chef Elon Musk bauen.

Wie entstand unser Universum? Was passierte in den ersten Nanosekunden nach dem Urknall? Das erforschen die Physiker der europäischen Organisation für Kernforschung, kurz CERN, in Genf. Seit 2008 gibt es im französisch-schweizerischen Grenzgebiet den größten Teilchenbeschleuniger der Welt. Protonenstrahlen werden nahezu in Lichtgeschwindigkeit durch einen 27 Kilometer langen Tunnel gejagt.

Mega-Tunnel teils unter dem Genfer See

Das reicht den Forschern noch nicht. Sie tüfteln an einer noch gigantischeren Forschungsmaschine, die noch leistungsfähiger sein soll und mehr Teilchenkollisionen erzeugen soll. Die CERN-Physiker träumen von einem 100 Kilometer langen ringförmigen Tunnel, der teils unter dem Genfer See verlaufen soll. Die Kosten werden auf 24 Milliarden Euro veranschlagt. Bis 2030 könnte es einsatzbereit sein, wenn die 22 Mitgliedsstaaten des CERN grünes Licht geben.

CERN-Direktorin Fabiola Gianotti hat bei Tesla-Boss Elon Musk angefragt, ob seine Firma The Boring Company den Tunnel für den neuen gigantischen Teilchenbeschleuniger bauen könnte. Musk zeigte sich angetan. Wenn er den Auftrag bekäme, seien Einsparungen von mehreren Milliarden Euro möglich, twitterte er.

Testtunnel in LA eröffnet

Hyperloop Transportation

Hyperloop Transportation. | Bildquelle: Unternehmen

Mit der Boring Company hat sich Musk ein drittes Standbein neben Tesla und dem Raumfahrtunternehmen SpaceX aufgebaut. Boring soll Tunnel bauen, die den Straßenverkehr entlasten. So eröffnete Musk Anfang des Jahres einen 1,8 Kilometer langen Testtunnel in Los Angeles. Musk will den notorisch stockenden Verkehr in Los Angeles mit Hilfe eines ganzen Netzwerks aus solchen Tunneln entlasten. Vor fast zwei Jahren hatte Musk bei Twitter erklärt, der Verkehr mache ihn verrückt.

Der Tunnel in Los Angeles ist eine Variante des Hyperloop-Konzepts, das der Tesla-Chef vor fünf Jahren präsentiert hat. Beim Hyperloop sollen Kapseln mit Höchstgeschwindigkeiten von 250 Stundenkilometern oder mehr durch eine Röhre reisen wie in einer Rohrpost von Stadt zu Stadt. Die Reisezeit von Los Angeles nach San Francisco könnte sich so von fünf bis sechs Stunden auf 30 Minuten verkürzen lassen.

Hyperloop gehört nicht Musk allein

HHLA-Chefin Angela Titzrath und Dirk Ahlborn, CEO Hyperloop Transportation Technologies

HHLA Hyperloop. | Bildquelle: HHLA/Thies Rätzke

Am "Hyperloop"-Konzept arbeiten mehrere Firmen. So wurde 2013 von dem Deutschen Dirk Ahlborn und seinem Partner Bibop Gresta Hyperloop Transportation Technologies (HTT) gegründet. Zwischen Dubai und Abu Dhabi sowie im französischen Toulouse baut der Hyperloop-Ableger bereits erste Teststrecken. Anfang Dezember vereinbarte HTT außerdem ein Joint-Venture mit dem Hamburger Hafen für den Containertransport.

Konkurrent von HTT ist Hyperloop One, an dem sich der britische Milliardär Richard Branson beteiligt hat. Hyperloop One führt Tests im US-Bundesstaat Nevada durch und hat ein Forschungszentrum in Südspanien eröffnet.

nb

1/20

Die wichtigsten Stationen im Leben von Elon Musk Erst gemobbt, dann vergöttert

Klein-Elon Musk mit Telefonhörer

Das frühreife Kind
Am 28. Juni 1971 erblickt Elon Musk in Südafrika das Licht der Welt. Er wächst in wohlhabenden Verhältnissen auf. Sein Vater ist Ingenieur, seine Mutter hat eine Praxis als Ernährungsberaterin. Elon ist neugierig und frühreif. Manchmal verfällt der kleine Junge in eine Art Trance, dann hört er nicht mehr hin. Ärzte machen Tests mit ihm und beschließen, seine Polypen herauszunehmen. Das ändert nichts.