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Tesla-Chef vor Vergleich mit SEC Musk und Börsenaufsicht erhalten mehr Zeit

Stand: 23.04.2019, 08:18 Uhr

Im Gerangel zwischen Tesla-Chef Elon Musk und der US-Börsenaufsicht SEC gibt es offenbar den ernsthaften Versuch einer Einigung. Die braucht aber etwas länger als gedacht. Kurz bevor Tesla Quartalszahlen vorlegt, gibt es nun einen Aufschub.

Wenn der Elektroauto-Hersteller am Mittwoch vermutlich erneut Verluste präsentiert, wird wenigstens der Streit mit der SEC erst einmal ausgeblendet. Die zuständige Richterin Alison Nathan stimmte bereits Ende vergangener Woche in New York einem Antrag der Anwälte beider Parteien zu, eine weitere Woche Zeit für Verhandlungen einzuräumen. Eigentlich hatte Nathan Anfang April eine einvernehmliche Lösung innerhalb von zwei Wochen gefordert.

Tweets mit Folgen

Bei dem Konflikt geht es um einen Vergleich aus dem Vorjahr, der Musks Twitter-Kommunikation unter Auflagen stellte, an die er sich laut SEC nicht gehalten hat. Die Aufseher fordern deshalb eine Strafe wegen Missachtung des Gerichts. Konkret geht es um einen Tweet von Mitte Februar, in dem Musk schrieb, Tesla werde 2019 rund 500.000 E-Autos produzieren. Damit wich er von der offiziellen Prognose des Unternehmens ab.

Auch zum eigentlichen Geschäft von Tesla gibt es kurz vor den Quartalszahlen des Unternehmens Neuigkeiten, die aber eher die Zukunft betreffen: So hält Tesla-Chef Musk an seinem Plan fest, eine Robotaxi-Flotte aus Elektroautos der Firma aufzubauen. Er gehe davon aus, dass ein solcher Service nach Freigabe durch Behörden im kommenden Jahr an zumindest einem Ort an den Start gehen könne, sagte Musk in der Nacht zum Dienstag.

Tesla Taxis ab 2020 autonom?

Die bereits 2016 vorgestellte Idee des "Tesla Network" sieht vor, dass Besitzer ihre Fahrzeuge auf autonome Taxifahrten losschicken, wenn sie sie nicht brauchen. Tesla wolle zudem selbst Autos auf diese Plattform bringen und dadurch Geld verdienen, kündigte Musk an. Musk ist mit seinem Zeitplan optimistischer als viele andere Automanager. Ford zum Beispiel plant den Start seiner Robotaxi-Dienste in einigen Stadtbezirken von Miami und Washington für das Jahr 2021.

Tesla kann sich bei der Vorbereitung des autonomen Fahrens offenbar auf gigantische Datenmengen stützen, die durch die Fahrzeuge gesammelt werden, die bereits auf den Straßen in vielen Ländern fahren. Dieses Quartal würden 500.000 Tesla-Fahrzeuge auf den Straßen sein, die mit jeweils acht Kameras, Ultraschall-Sensoren und Radar ausgestattet seien und Daten für den Aufbau des neuronalen Netzes des Konzerns sammelten.

Experten haben sich allerdings skeptisch darüber geäußert, ob Tesla technologisch auch nur in der Nähe davon ist, dass Autos nur von einem Roboter gesteuert werden, ohne dass ein Mensch in Bereitschaft ist, einzugreifen.

AB