Elon Musk

Der Tesla-Gründer im Fernsehinterview Musk: „Ich respektiere die SEC nicht“

Stand: 10.12.2018, 11:39 Uhr

Elon Musk tritt gegen die US-Börsenaufsicht nach: In einer US-Fernsehshow wetterte der Multimilliardär wieder einmal gegen die SEC, beklagt sich gegen unfaire Kritik und stellt fest, dass er noch immer ohne Aufsicht twittert.

Wer in seinem beruflichen Leben eine Bilanz wie Elon Musk vorlegen kann, dem fällt es vielleicht schwer Autoritäten anzuerkennen: Im August hatte der Star-Unternehmer seine Überlegungen getwittert, die Firma von der Börse zu nehmen. Er erweckte dabei Eindruck, dass das Geld für den Deal schon vorhanden sei. Doch nachdem Musk den Plan keine drei Wochen später aufgab, wurde klar, dass er noch keine konkreten Zusagen von Investoren hatte.

Die Börsenaufsicht SEC sah darin eine Irreführung von Anlegern und klagte. Der 47-Jährige willigte schließlich ein, den Vorsitz im Tesla-Verwaltungsrat für mindestens drei Jahre aufzugeben. Die SEC wollte Musk dauerhaft aus den Chefetagen börsennotierter Unternehmen verbannen.

„Sei einfach Du selbst“

Das macht Musk zu schaffen: In der US-Sendung „60 Minutes“ ließ er die Zuschauer wissen: „Um es ganz klar zu sagen – ich respektiere die SEC nicht.“ Musk war in den vergangenen Monaten verschiedene Male durch eigenwilliges  Betragen aufgefallen. Einige Analysten hatten die Eignung des Firmengründers an Teslas Konzernspitze infrage gestellt. Erst hatte er in einem emotionalen Zeitungsinterview gesundheitliche Probleme und Schlafmittelkonsum eingeräumt, dann rauchte er vor laufender Kamera einen Marihuana-Joint.

Dann hatte er sich eine Fehde mit einem britischen Taucher geleistet, der im Juli bei der dramatischen Rettung eines thailändischen Fußball-Teams mithalf, das tagelang in einer überschwemmten Höhle eingeschlossen war. Musk hatte ihn als Pädophilen geschimpft und brockte sich damit eine Verleumdungsklage ein.

Er sei einfach nur er selbst, gab er in der TV-Show zum Besten. „Ich stand in der Tat unter wahnsinnigem Stress. Aber das System wäre zusammengebrochen, wenn er wirklich unberechenbar sei", stellte er fest.  Er twittere weiter „ohne Zensur“, führt er aus. „Die einzigen Tweets, die sozusagen überprüft werden müssten, wären Tweets, die eine Wahrscheinlichkeit hätten, die Aktie zu bewegen.“     

Elon Musk raucht einen Joint

Elon Musk raucht einen Joint. | Bildquelle: Youtube/PowerfulJRE

SEC, die „Shortseller Enrichment Commission“

Es ist nicht das erste Mal, dass Musk nachtritt. Bereits wenige Tage nach der Einigung im Streit über seine Tweets zum zwischenzeitlich erwogenen Börsenrückzug Teslas verspottete er die SEC über Twitter als „Shortseller Enrichment Commission“, statt „Securities and Exchange Commissio“. Er warf ihr damit vor, ihr Vorgehen komme destruktiven Finanzspekulanten zugute.

Tesla Model 3

Tesla Model 3. | Bildquelle: Imago

Zuletzt lief es für Tesla an der Börse besser als für die Nasdaq-Konkurrenz. Und ab Februar 2019 will der Elektroauto-Hersteller den Hoffnungsträger Model 3 in Europa ausliefern.

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Das frühreife Kind
Am 28. Juni 1971 erblickt Elon Musk in Südafrika das Licht der Welt. Er wächst in wohlhabenden Verhältnissen auf. Sein Vater ist Ingenieur, seine Mutter hat eine Praxis als Ernährungsberaterin. Elon ist neugierig und frühreif. Manchmal verfällt der kleine Junge in eine Art Trance, dann hört er nicht mehr hin. Ärzte machen Tests mit ihm und beschließen, seine Polypen herauszunehmen. Das ändert nichts.