Tesla - Autonomes Fahren

Wann kommen die autonomen Autos? Musk: Erster selbstfahrender Tesla bereits Ende 2019

Stand: 21.02.2019, 11:12 Uhr

Tesla-Chef Elon Musk kündigt mal wieder Großes an. Ende des Jahres soll das erste autonom fahrende Elektoauto über die Straßen rollen, 2020 der Fahrer sogar nebenbei schlafen können. Doch Teslafans sollten gewarnt sein.

Bereits heute können Tesla-Kunden für zusätzliche 5.000 Dollar einen Autopiloten für ihren Wagen freischalten. Dieser hält für den Fahrer die Spur oder passt die Geschwindigkeit des Elektroautos an den Verkehr an.

Elon Musk

Elon Musk. | Bildquelle: picture alliance / dpa

Das Fahrassistenzsystem ist allerdings noch weit entfernt von einem wirklichen autonomen Fahren. Das soll sich ab Ende des Jahres mit "echten" selbstfahrenden Autos ändern, kündigte Musk in einem Podcast-Interview mit dem amerikanischen Vermögensverwalter ARK Invest an. Darauf haben viele Tesla-Käufer gewartet.

Fahrer wird vor der Haustür abgeholt

Die Hardware dazu ist in vielen Tesla-Modellen schon verbaut. Durch die neuen Software-Updates sollen sie dann selbstständig einen Parkplatz finden und den Fahrer an sein gewünschtes Ziel bringen - nachdem das Auto ihn vor der Haustür abgeholt hat. "Da bin ich mir sicher. Das ist kein Fragezeichen", betonte Musk. Schlafen dürfe man dabei allerdings aber nicht, so Musk. Der Mensch hinter dem Lenkrad müsse zu jeder Zeit bereit sein, einzugreifen.

Ein Jahr später der nächste Meilenstein: Dann soll es sogar für den Fahrer möglich sein, während der Fahrt zu schlafen. Der Wagen soll komplett selbstständig von A nach B finden, versprach der Tesla-Chef. Das hänge allerdings auch von staatlichen Regulierungen ab.

Musks Versprechen treffen nicht immer ein

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Tesla-Kunden sollten sich aber nicht zu früh freuen. Nicht immer trafen die Prognosen des Elon Musk bezüglich selbstfahrender Autos auch ein. Zwischen Oktober 2016 und Oktober 2018 konnten Kunden für etwa 3.000 Dollar zusätzlich eine "Full Self-Driving"-Funktion nutzen, die Tesla versprochen hatte. Im Januar 2017 sagte Musk, dass die Elemente dieses Features in drei bis sechs Monaten eingeführt würden. Nichts war passiert.

Musk unterschätzte oft die Zeit, die für die Realisierung anspruchsvoller Projekte benötigt wird. Auch der aktuelle Autopilot soll nicht immer das bieten, was er verspricht. Laut dem Techportal "Wired" können sich Tesla-Modelle mit dem Update immer noch nicht überall fortbewegen - zum Beispiel nicht auf Nebenstraßen und Städten sowie durch das Chaos auf Parkplätzen.

Konkurrenz testet und kooperiert

Selbstfahrendes Auto von Google

Selbstfahrendes Auto von Google. | Bildquelle: Google

Die Tesla-Konkurrenz schläft nicht. Seit 2009 forscht etwa die zum Alphabet-Konzern gehörende Google-Tochter Waymo auf dem Gebiet des autonomen Fahrens. Die Waymo-Roboterautos haben im vergangenen Jahr laut der dortigen Kraftfahrzeugbehörde gut 1,9 Millionen Kilometer auf öffentlichen Straßen in Kalifornien zurückgelegt.

Insgesamt kommt Waymo bislang nach eigenen Angaben weltweit auf rund 16 Millionen getestete Kilometer. Zuletzt wurde bekannt, dass Waymo vor einer Kooperation mit der Allianz von Renault, Nissan und Mitsubishi steht.

Kalifornien gilt als wichtigstes Testgebiet für selbstfahrende Autos. Neben Waymo gehörten 2018 General Motors (rund 716.000 Kilometer) und erstmals auch Apple (rund 128.000 Kilometer) zu den Vorreitern.

Gerüchten zufolge will auch die deutsche Autoindustrie in großem Umfang kooperieren. Die Strategen der Branche verfolgen offenbar die Idee einer Bündelung der Kräfte der drei großen deutschen Autohersteller sowie großer Zulieferer. Ziel wäre dann, ein gemeinsames System mit möglichst geringen Entwicklungskosten für das autonome Fahren zu entwickeln.

Wann beginnt die Zeit der Roboterautos?

Einer aktuellen Studie des Prognos-Forschungsinstituts zum autonomen Fahren für den Münchener Verkehrsclub ADAC zufolge wird sich automatisiertes Fahren aber hierzulande nur langsam durchsetzen. Das liegt vor allem daran, dass Autos durchschnittlich bis zu zwanzig Jahre im Einsatz sind - und sich neue Technologien deshalb nur ganz allmählich im Gesamtbestand bemerkbar machen.

So wird der Anteil von Neufahrzeugen, bei denen sich der Fahrer auf allen Autobahnen komplett von der Fahraufgabe abwenden kann, laut Prognos im "optimistischen" Fall von 2,4 Prozent im Jahr 2020 auf immerhin 70 Prozent im Jahr 2050 steigen.

Ab 2030 werden dann Autos mit der Fähigkeit, sowohl auf der Autobahn als auch in der Stadt alleine zu fahren, allmählich auf den Straßen auftauchen. Und erst nach 2040 werden in größerer Zahl Autos angeboten, die völlig autonom von Tür zu Tür kommen, also auch auf Landstraßen keinen Fahrer mehr benötigen. Entscheidend sei nämlich auch die Gegebenheit der Straße.

tb

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Google Car

Google Car
Im Mai 2014 sorgte der Internet-Riese mit seinem futuristischen kugelrunden "Google Car" für Furore. Das Roboter-Auto kam ganz ohne Lenkrad aus. 100 Fahrzeuge des Prototyps wurden gebaut und in den USA getestet. Wann und ob das Roboter-Auto von Google in den Handel kommt, ist noch unklar. "Apple und Google wollen nicht Autobauer werden, sondern sie sehen die Möglichkeit, Dienste in Fahrzeugen anzubieten", sagte dazu jüngst Renault- und Nissan-Chef Carlos Ghosn.