Fahnen zur Hauptversammlung der Munich Re

Endgültige Zahlen vorgelegt Münchener Rück: Rekorderlöse in Aussicht

Stand: 06.08.2020, 10:19 Uhr

Bei der Bekanntgabe vorläufiger Zahlen vor drei Wochen hatte die Münchener Rück für das zweite Quartal bereits einen Gewinneinbruch verkündet. Doch es gibt auch eine positive Nachricht.

Es ist vor allem die Absage und Verschiebung von Großveranstaltungen wie der Olympischen Spiele oder des Oktoberfests, die den Erst- und Rückversicherern im Frühjahr das Geschäft vermiest haben und zu erheblichen Belastungen führten.

So ist der Gewinn der Münchener Rück im zweiten Quartal um 42 Prozent auf 579 Millionen Euro eingebrochen - etwas mehr als bei der Bekanntgabe vorläufiger Zahlen vor drei Wochen gesagt wurde, als ein Überschuss von rund 600 Millionen angekündigt worden war.

Insgesamt verbuchte der weltgrößte Rückversicherer im zweiten Quartal 2020 Corona-bedingte Schäden von rund 700 Millionen Euro. Damit summieren sich die von der Pandemie verursachten Belastungen seit Beginn der Krise nun auf rund 1,5 Milliarden Euro.

Vergleichsweise wacker geschlagen

Dabei hat sich der Konzern bisher vergleichsweise wacker geschlagen. Der ähnlich große Konkurrent Swiss Re aus der Schweiz verbuchte wegen milliardenschwerer Schäden infolge der Pandemie im ersten Halbjahr einen Nettoverlust von mehr als 1,1 Milliarden Dollar.

Dass die Zahlen für die Münchener Rück nicht noch schlechter ausgefallen sind, lag daran, dass die Großschäden abseits von Covid-19 vergleichsweise gering geblieben sind. Zudem habe die Erstversicherungstochter Ergo gut abgeschnitten, so der Konzern. Finanzvorstand Christoph Jurecka hatte bereits im Mai gesagt, dass die Belastung des Unternehmens wegen dem Ausfall von Großereignissen mehr als eine Milliarde Euro erreichen könnte.

Höhere Beitragseinnahmen erwartet

Wegen der höheren Nachfrage nach Versicherungsschutz und steigender Prämien rechnet der Konzern aber mit steigenden Beitragseinnahmen. "Wir wachsen profitabel und nutzen dabei das sich deutlich verbessernde Marktumfeld für Rückversicherer", sagte Vorstandschef Joachim Wenning.

"Hinter uns liegen neun Erneuerungsrunden in Serie mit Preisanstieg und entsprechendem Beitragswachstum." Der 140 Jahre alte Konzern rechnet nun mit Rekordeinnahmen von 54 (zuvor: 52) Milliarden Euro. Bei der Erneuerung der Rückversicherungsverträge zum ersten Juli 2020 konnte die Münchener Rück das Geschäftsvolumen bereits um 8,3 Prozent steigern, die Preise legten um 2,8 Prozent zu. Auch in der Januar-Erneuerungsrunde werde sich das Marktumfeld im Vergleich zum Vorjahr weiter verbessern.

Höhere Sterblichkeitsrate belastet

Wegen der Corona-Schäden hatte die Münchener Rück bereits Ende März ihr Jahresziel eines Gewinns von 2,8 (Vorjahr: 2,7) Milliarden Euro aufgegeben, eine Ergebnisprognose traut sich der Konzern weiter nicht zu.

Nun zog er auch noch das Ziel für das versicherungstechnische Ergebnis von 550 Millionen Euro zurück. Dieses sei insbesondere aufgrund der Belastungen aus einer Covid-19-bedingt höheren Sterblichkeitsrate nicht mehr erreichbar. In der Lebens- und Kranken-Rückversicherung brach der Gewinn im zweiten Quartal auf 59 (Vorjahr: 154) Millionen Euro ein.

An der Börse kommen die Zahlen nicht gut an. Die Aktie verliert zeitweise über drei Prozent und gehört damit zu den schwächsten Werten im Dax.

lg/rtr/dpa