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Vor dem Quartalsbericht Munich Re macht Schluss mit Kohle

Stand: 06.08.2018, 08:34 Uhr

Kehrtwende bei der Münchener Rück: Der Konzern steigt aus der Kohle aus. Grund soll der Klimawandel sein. Da hat der Rückversicherer das passende Thema zur aktuellen Hitzewelle gefunden.

Künftig wolle Munich Re weder in Aktien noch in Anleihen von Unternehmen investieren, die mehr als 30 Prozent ihres Umsatzes mit Kohle erzielen, kündigte Vorstandschef Joachim Wenning in einem Gastbeitrag für die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (Montagsausgabe) an. "Und wir werden im Einzelrisikogeschäft, wo wir die Risiken genau sehen können, im Grundsatz künftig keine neuen Kohlekraftwerke oder -minen in Industrieländern mehr versichern."

Wenn es nicht gelinge, die Erderwärmung auf weniger als zwei Grad zu begrenzen, müsse mit teuren und gesellschaftlich einschneidenden Folgen gerechnet werden, so der Manager. Unter den fossilen Brennstoffen sei die Kohle für den größten Anteil an klimaschädlichen CO2-Emissionen verantwortlich, begründete Wenning die Entscheidung des Münchener Konzerns.

Was macht die Allianz?

Der Rückversicherer ist nicht der erste Versicherungskonzern, der den Kohleausstieg betreibt. Die Allianz hatte bereits im Jahr 2015 angekündigt, nicht mehr in Kohle investieren zu wollen. Andere Versicherer wie Axa oder Swiss Re und Hannover Rück gehen ähnliche Wege. Und im Mai dieses Jahres kündigte die Allianz zudem an, keine Kohlekraftwerke und Kohleminen mehr zu versichern.

Bestehende Verträge, die zumeist ein Jahr laufen, sollten nicht verlängert werden. Unternehmen, die Strom aus Kohle und anderen Energiequellen erzeugen, werden zunächst weiter versichert. "Jedoch ist es das erklärte Ziel der Allianz, Kohlerisiken im Versicherungsgeschäft bis 2040 vollständig auslaufen zu lassen", hatte die Allianz mitgeteilt.

In dieser Woche wird berichtet

Am Mittwoch dieser Woche wird der Dax-Konzern übrigens die Zahlen zum zweiten Quartal vorstellen. Die von der Nachrichtenagentur Bloomberg befragten Analysten erwarten, dass Munich Re in diesem Jahr einen Überschuss von rund 2,5 Milliarden Euro erzielt. Damit würde das Unternehmen zwar viel besser abschneiden als im Katastrophenjahr 2017, aber immer noch schlechter als 2016, als unter dem Strich 2,6 Milliarden Euro verdient worden waren.

Für das zweite Quartal erwarten die Experten im Schnitt einen Überschuss von 719 Millionen Euro, gut ein Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Die Bruttoprämieneinnahmen dürften um drei Prozent auf 12,2 Milliarden Euro gestiegen sein.

ts