Munich RE-Chart und -Schriftzug

"Leicht negativer Eindruck" Münchener Rück erwartet "schadenträchtiges Quartal"

Stand: 07.11.2019, 14:16 Uhr

Dank hoher Gewinne aus Finanz- und Währungsgeschäften gelang es dem Rückversicherer aus München, die Katastrophenschäden aus dem dritten Quartal abzufedern. Allerdings sollen weitere Belastungen folgen.

Unter dem Strich entfiel auf die Aktionäre ein Gewinn von 884 Millionen Euro und damit 75 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Wie bereits Mitte Oktober angekündigt, sieht Finanzvorstand Christoph Jurecka sieht den Konzern daher auf gutem Weg, sein Gewinnziel von 2,5 Milliarden Euro im laufenden Jahr zu übertreffen.

In naher Zukunft werden aber wohl weitere Katastrophen das Ergebnis belasten: Angesichts von Taifun "Hagibis" in Japan sowie Tornados und Waldbränden in den USA dürfte das vierte Quartal sehr schadenträchtig werden, sagte Finanzvorstand Christoph Jurecka.

Die Großschäden im dritten Quartal

Wegen der Zerstörungen durch Hurrikan "Dorian" in der Karibik und den USA sowie den Taifun "Faxai" in Japan reichten die Beitragseinnahmen der Münchener Rück in der Schaden- und Unfall-Rückversicherung im dritten Quartal nicht aus, um die Aufwendungen für Schäden, Verwaltung und Vertrieb zu decken. Die kombinierte Schaden-Kosten-Quote lag mit 104,7 Prozent deutlich über der kritischen 100-Prozent-Marke.

Insgesamt summierten sich die Großschäden bei den Münchnern in den drei Monaten auf 981 Millionen Euro, fast zwei Drittel mehr als ein Jahr zuvor. Vor allem "Dorian" und "Faxai" schlugen mit 360 Millionen und 380 Millionen Euro teuer zu Buche.

Münchener Rückversicherungs-Gesellschaft Munich Re

Zentrale der Münchener Rück. | Bildquelle: Unternehmen

"Eher durchwachsen"

Die Quartalszahlen des Rückversicherers hinterließen insgesamt einen leicht negativen Eindruck, schrieb Branchenexperte Sami Taipalus von der US-Investmentbank Goldman Sachs. Dass Geschäft sei eher durchwachsen gelaufen, und es gebe Druck auf die Finanzstärke.

Das Nettoergebnis des Rückversicherers bewege sich insgesamt im Rahmen der vorab veröffentlichten Zahlen, schrieb JPMorgan-Analyst Edward Morris. Bei weiteren Finanzkennziffern wie dem operativen Gewinn seien die Erwartungen aber nicht erreicht worden.

ts