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Trotz Gewinneinbruchs MüRü: Auf die Dividende ist Verlass

Stand: 06.02.2018, 09:20 Uhr

Die schweren Wirbelstürme in den USA und der Karibik haben die Münchener Rück 2017 den Großteil ihres Gewinns gekostet. Die am Morgen vorgelegten Zahlen sind sogar noch schlechter ausgefallen als erwartet. Doch für die Anleger gibt es auch eine gute Nachricht.

Die Dividende bleibt mit 8,60 Euro je Aktie trotzdem stabil. "Auf unsere Dividende ist Verlass", sagte Finanzvorstand Jörg Schneider. "Dank unserer Kapitalstärke konnten wir die hohen Schäden aus Naturkatastrophen gut verkraften." Zudem machen die Verhandlungen über die neuen Verträge mit den Erstversicherern zum Jahreswechsel Mut - auch wenn die Preissteigerungen nicht so hoch ausfielen wie erhofft. Dennoch gab der neue Vorstandschef Joachim Wenning für das laufende Jahr zunächst keine neue Gewinnprognose ab.

Auch der Überschuss ist schwächer ausgefallen als erwartet. Statt 575 Millionen Euro blieben nur 392 Millionen Euro übrig - nach 2,7 Milliarden im Vorjahr. Der Konzern hatte bereits vorgewarnt und nach den Herbststürmen über der Karibik und den USA nur noch eine "kleinen Gewinn" in Aussicht gestellt.

Joachim Wenning, Mitglied des Vorstands der Münchener Rück AG

Joachim Wenning. | Bildquelle: Unternehmen

Ergo besser als gedacht

In der Schaden- und Unfall-Rückversicherung fiel fast eine halbe Milliarde Euro Verlust an. Normalerweise erwirtschaftet die Münchener Rück hier den Löwenanteil des Gewinns. Die Lebens-Rückversicherung, die besser abschnitt als erhofft, machte das Minus wett. Größter Gewinnbringer war aber die Erstversicherungs-Tochter Ergo, die im Umbau steckt, mit 273 Millionen Euro aber mehr ablieferte als gedacht.

Münchener Rück: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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194,80
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Bei der Dividende hatten die meisten Experten eine leichte Steigerung erhofft. Dabei schüttet die Münchener Rück fast eine Milliarde Euro mehr aus als sie 2017 im Konzern erwirtschaftet hat. Ihr Eigenkapital sank zum Jahresende um 3,6 Milliarden auf 28,2 Milliarden Euro.

Preisrutsch gestoppt

Die Wirbelstürme stoppten immerhin den Preisrutsch, der die Branche jahrelang geprägt hatte. Im Schnitt seien die Preise in der Erneuerungsrunde um 0,8 Prozent gestiegen, erklärte die Münchener Rück. "Ein Trend, der sich bei den kommenden Erneuerungsrunden verstärken dürfte", erwartet Schneider. In den Runden davor waren die Preise noch um 0,5 Prozent abgebröckelt. Naturkatastrophen kosteten die Versicherer im vergangenen Jahr nach Branchenschätzungen rund 135 Milliarden Dollar, allein auf die Münchener Rück kamen 3,7 (2016: 0,9) Milliarden Euro zu.

Dass der Preisanstieg trotzdem nicht höher ausfiel, liegt daran, dass sich in der Rückversicherung immer noch viele Hedgefonds und andere Anleger auf der Suche nach Rendite tummeln und viel Geld in den Markt pumpen. Die Münchener Rück nutzte die Erholung dazu, deutlich mehr Geschäft zu zeichnen als ein Jahr zuvor.

Mit 9,9 Milliarden Euro liegt das Geschäftsvolumen, das zum Jahreswechsel neu verhandelt wurde, fast ein Fünftel höher als ein Jahr zuvor. Vor allem in den USA und in Australien seien großvolumige Verträge abgeschlossen worden. An der Börse fallen die MüRü-Aktien am Morgen um über fünf Prozent und sind damit die schwächsten Werte im Dax.

lg/rtr/dpa