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Milliardengewinn Münchener Rück umgarnt ihre Aktionäre

Stand: 06.02.2019, 08:15 Uhr

Der weltgrößte Rückversicherer Münchener Rück hat trotz hoher Großschäden im abgelaufenen Jahr einen überraschend hohen Milliardengewinn erzielt - auch dank guter Ergebnisse der Tochter Ergo. Davon sollen auch die Aktionäre profitieren.

Unter dem Strich steht für 2018 ein Überschuss von rund 2,3 Milliarden Euro, gut sechs Mal so viel wie im Katastrophenjahr 2017. Damit traf der Konzern in etwa die Mitte der vom Vorstand ausgegebenen Zielspanne, schnitt aber besser ab als von Analysten erwartet.

Tatsächlich ist die Schaden-Kosten-Quote wieder unter 100 gesunken (99,4 Prozent), nachdem sie im vergangenen Jahr auf 114,1 gestiegen war. Das bedeutet bei Versicherungen, dass sie wieder Geld verdienen. Dabei sind die Einnahmen (Bruttoprämien) leicht zurückgegangen auf 49,06 Milliarden Euro, weniger als Experten erwartet hatten.

Hohe Schäden in Kalifornien

Im vierten Quartal verfehlte die Münchener Rück unter anderem wegen der Waldbrände in Kalifornien die Analystenerwartungen leicht. Mit 430 Millionen Euro gehörten sie neben dem Taifun "Jebi" in Japan (440 Millionen) zu den für die Münchener Rück teuersten Schäden des Jahres. Insgesamt mussten die Münchener für Naturkatastrophen aber nur noch 2,15 Milliarden Euro ausgeben, halb so viel wie 2017.

"Mit dem Jahresergebnis 2018 sind wir sehr zufrieden", sagte der neue Finanzvorstand Christoph Jurecka. Die Aktionäre kommen deshalb in den Genuss einer kräftig steigenden Dividende. Sie soll von 8,60 Euro auf nun 9,25 Euro je Aktie angehoben werden, mehr als Experten erwartet hatten.

Anleger freut's

Bei der Vertragserneuerung mit Erstversicherern im Schaden- und Unfallgeschäft zum Jahreswechsel baute die Münchener Rück ihr Geschäftsvolumen von 9,4 auf 10 Milliarden Euro aus. Das seit Jahren von einem Preiskampf geprägte Prämienniveau konnte sie allerdings nur stabil halten. Die kleinere Rivalin Hannover Rück hatte hingegen am Dienstag von leicht verbesserten Preisen berichtet.

An der Börse kommen die Zahlen gut an. Im vorbörslichen Handel auf Tradegate legt die Aktie zu. Dabei ist das Papier bereits auf dem höchsten Stand seit fünf Jahren.

lg