Münchener Rückversicherungs-Gesellschaft Munich Re

Trotz teurer Naturkatastrophen Münchener Rück zeigt Stärke

Stand: 28.02.2020, 08:40 Uhr

Die Münchener Rück hat im vergangenen Jahr mehr verdient als erwartet. Davon sollen auch die Aktionäre profitieren, wird doch die bereits üppige Ausschüttung noch einmal erhöht.

In den letzten Tagen hat es auch die Münchener Rück-Aktie schwer getroffen. Seit dem Jahreshoch vor zehn Tagen bei gut 283 Euro hat das Papier fast 20 Prozent seines Wertes eingebüßt. Dabei hat der Rückversicherer im vergangenen Jahr mehr verdient als erwartet. Und auch für das laufende Jahr bleibt der Konzern optimistisch.

So kletterte der Nettogewinn 2019 auf 2,7 Milliarden Euro (400 Millionen mehr als 2018) und lag damit über den angepeilten 2,5 Milliarden Euro, wie der größte Rückversicherer der Welt am Morgen mitteilte. "Auf unserem Weg, Munich Re profitabler, schlanker und digitaler zu machen, sind wir 2019 einen großen Schritt vorangekommen", sagte Vorstandschef Joachim Wenning.

Dividende steigt auf 9,80 Euro

Die Dividende soll auf 9,80 von 9,25 Euro je Aktie erhöht werden und damit stärker als von den meisten Analysten erwartet. Am Mittwoch hatte die Münchener Rück bereits ein weiteres Aktienrückkaufprogramm über eine Milliarde Euro beschlossen. Zuletzt hatte der Konzern mit der Dividende für 2018 und dem zeitgleich verkündeten Aktienrückkauf praktisch seinen gesamten Jahresgewinn von 2,3 Milliarden Euro an seine Aktionäre zurück gegeben.

Dabei musste die Münchener Rück Großschäden von insgesamt 3,1 Milliarden Euro verkraften, fast eine Milliarde mehr als ein Jahr zuvor. Allein die Taifune Hagibis und Faxai, die über Japan wüteten, kosteten sie zusammen 1,3 Milliarden Euro.

Verluste in der Schaden- und Unfallsparte

Münchener Rück: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
176,80
Differenz relativ
+0,94%

Dadurch schrieb die Schaden- und Unfall-Rückversicherung mit einer Schaden-Kosten-Quote von 101,0 (99,4) Prozent operativ Verluste. Gleichzeitig konnte der Rückversicherer aber Rückstellungen über mehr als eine Milliarde Euro auflösen, nachdem sich Schäden aus früheren Jahren als weniger kostspielig entpuppten als gedacht.

Für das laufende Jahr peilt Wenning weiterhin 2,8 Milliarden Euro Gewinn an. Zuversichtlich stimmt ihn die Erneuerungsrunde zum ersten Januar: Die Münchener Rück habe dabei mit 10,6 Milliarden Euro 4,4 Prozent mehr Geschäft gezeichnet, die Preise seien im Schnitt um 1,2 Prozent gestiegen.

Ein Überschuss von 3,3 Milliarden Euro wie einst im Jahr 2013 ist vorerst aber nicht in Sicht. Ein Grund sind die anhaltenden Niedrigzinsen, die sich seit Jahren in die Bilanzen der Versicherungsunternehmen fressen. Für Rückversicherer kam ein jahrelanger Preisverfall dazu. Inzwischen scheinen die Rückgänge gestoppt, und angesichts hoher Katastrophenschäden zog das Prämienniveau zuletzt wieder an.

Ergo macht Fortschritte

Zum Jahreswechsel werden vor allem neue Verträge in Europa und den USA ausgehandelt, rund die Hälfte des Geschäfts in der Schaden-/Unfall-Rückversicherung. Für die nächsten Verhandlungsrunden im April und Juli erwartet die Münchener Rück weiter steigende Preise: Dann geht es unter anderem um Japan, wo die Taifune getobt hatten.

Auch die Erstversicherungs-Tochter Ergo machte Fortschritte: Sie steigerte den Gewinn auf 440 (Vorjahr: 412) Millionen Euro und übertraf damit das Ziel von 400 Millionen, obwohl sich der Versicherer von mehreren kleinen Auslandstöchtern mit Verlust getrennt hatte. Die Beitragseinnahmen bei Ergo blieben mit 18,9 (18,7) Milliarden Euro stabil. Im laufenden Jahr soll Ergo 530 Millionen Euro zum Konzerngewinn beisteuern.

lg/rtr/dpa