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Trotz rückläufiger Gewinne Münchener Rück: So geht finanzielle Stärke

Stand: 15.03.2018, 08:42 Uhr

Obwohl der Überschuss im vergangenen Jahr drastisch eingebrochen ist, stellt die Münchener Rück erneut ein milliardenschweres Aktienrückkaufprogramm in Aussicht. Auch soll der Gewinn im nächsten Jahr wieder kräftig steigen.

Der weltgrößte Rückversicherer will bis April 2019 eine Milliarde Euro in die Hand nehmen, um eigene Aktien zurückzukaufen. Auf Basis des derzeitigen Kursniveaus (Stand: 14. März 2018) wären dies rund 3,5 Prozent des Grundkapitals und entsprächen rund 5,5 Millionen eigenen Aktien. Dabei ist der Gewinn im vergangenen Jahr um 84 Prozent auf 392 Millionen Euro eingebrochen.

Auch sind Aktienrückkäufe als strategische Maßnahme umstritten, und führen nicht zwangsläufig zu Kursgewinnen. Doch solche Überlegungen können die Münchener-Rück-Führung nicht erschüttern. "Munich Re verfügt weiterhin über eine sehr starke Kapitalausstattung", sagte Finanzvorstand Jörg Schneider. "Munich Re hat somit die finanzielle Stärke, um profitabel zu wachsen." Der Rückkauf, der Ende April beginnen soll, treibt die Aktie vorbörslich um 2,5 Prozent in die Höhe.

Neues Gewinnziel gesetzt

Stärke beweist der Konzern auch durch die Entscheidung die Dividende für das vergangene Geschäftsjahr unverändert bei 8,60 Euro zu belassen, trotz des heftigen Gewinneinbruchs.

A propos Gewinn. Hier nimmt sich die Münchener Rück mehr vor als letztes Jahr. Der Überschuss solle zwischen 2,1 und 2,5 Milliarden Euro liegen, sagte der neue Vorstandschef Joachim Wenning. Ins Vorjahr war die Münchener Rück mit einem Ziel von 2,0 bis 2,4 Milliarden Euro gegangen, ehe die Hurrikan-Serie in den USA die Pläne hinwegfegte.

Joachim Wenning, Mitglied des Vorstands der Münchener Rück AG

Joachim Wenning. | Bildquelle: Unternehmen

Ergo soll deutlich profitabler werden

"Ergo setzt das Strategieprogramm Schritt für Schritt um, und in der Rückversicherung erhalten unsere Wachstumsinitiativen zusätzlichen Rückenwind durch anziehende Preise." Wenning hatte kürzlich intern einen Stellenabbau verkündet, um die Kosten zu senken.

Ergo soll bis 2020 auf einen Nettogewinn von 530 Millionen Euro kommen, nach 273 Millionen im vergangenen Jahr. In beiden Sparten seien Kostensenkungen geplant. In der Rückversicherung setzt die Münchener Rück auch auf eine "verbesserte Ergebnisqualität" in der Schaden- und Unfall-Sparte. Der Gesamtkonzern strebt bis 2020 einen Jahresüberschuss von 2,8 Milliarden Euro an.

Höhere Prämien

Im Januar hatten sich die Erstversicherer unter dem Eindruck der verheerenden Wirbelstürme Harvey, Irma und Maria erstmals seit Jahren im Schnitt auf höhere Rückversicherungs-Prämien eingelassen. Dieser Trend werde anhalten, zeigte sich Münchener-Rück-Vorstand Torsten Jeworrek zuversichtlich.

Trotz der steigenden Preise rechnet der Konzern 2018 mit leicht sinkenden Bruttobeiträgen von 46 bis 49 (2017: 49,1) Milliarden Euro. In der Rückversicherung sollen es 29 bis 31 (31,6) Milliarden sein. Die im Umbau befindliche Erstversicherungs-Tochter Ergo soll die Beiträge stabil halten und ein Ergebnis von 250 bis 300 (273) Millionen Euro abliefern.

lg