Münchener Rückversicherungs-Gesellschaft Munich Re

Branchentreffen hat begonnen Münchener Rück – erwarten Sie bloß nicht zu viel

Stand: 10.09.2018, 10:03 Uhr

Beim diesjährigen Treffen der Rückversicherer in Monte Carlo, das noch bis Mittwoch andauert, rechnet die Branche im Katastrophenschutz nur noch mit minimalen Preisanstiegen. Doch ein neuer Markt verspricht starke Wachstumszahlen.

Die Rede ist vom Markt für Versicherungen gegen Cyber-Angriffe. Der wird sich nach Schätzungen der Münchener Rück in den nächsten beiden Jahren mehr als verdoppeln. Der weltgrößte Rückversicherer sieht das Prämienvolumen derzeit bei rund vier Milliarden Dollar, wie sein oberster Risikomanager Stefan Golling in Monte Carlo sagte.

Monte Carlo

Monte Carlo. | Bildquelle: picture alliance/chromorange

Davon entfallen bisher 90 Prozent auf die USA. Bis 2020 sollen daraus 8,5 bis neun Milliarden Dollar werden - vor einem Jahr hatte die Münchener Rück noch bis zu zehn Milliarden für möglich gehalten. Außerhalb der USA dürfte der Markt nach ihren Erwartungen erst im nächsten Jahrzehnt anziehen. 2025 soll rund die Hälfte der weltweiten Prämien von dann 20 Milliarden Dollar aus anderen Weltregionen kommen.

In diesem Jahr kommt die Münchener Rück auf ein Cyber-Prämienvolumen von mehr als 400 Millionen Dollar, vier Mal so viel wie vor fünf Jahren. Der Konzern bekräftigt sein Ziel, den Marktanteil bei zehn Prozent zu halten.

Stagnierende Prämien in Aussicht

Außerhalb dieses Marktes sind die Aussichten auf steigende Prämien eher gering. "Wir erwarten, global gesehen, in der Erneuerungsrunde eine stabile Entwicklung", sagte der zuständige Vorstand Torsten Jeworrek in Monte Carlo. Damit könne der weltgrößte Rückversicherer sein Rentabilitätsniveau aber halten.

Die Zeiten, da einzelne Naturkatastrophen oder andere Großschäden sich weltweit auf die Preise für die Rückversicherung ausgewirkt hätten, seien vorbei. Nur in den von Katastrophen betroffenen Gebieten seien die Prämien um fünf bis 25 Prozent gestiegen.

Überkapazitäten und alternatives Kapital

Auch die weltweite Nummer drei der Branche, Hannover Rück, macht sich wie für 2019 kaum noch Hoffnung auf einen weiteren Anstieg der Prämien. Angesichts der Überkapazitäten und des harten Konkurrenzkampfs dürften die Preise im Geschäft mit Erstversicherern insgesamt auf dem Niveau von 2018 verharren, sagte Konzernchef Ulrich Wallin zum Auftakt des Branchentreffens. Am Ende werde es darauf ankommen, ob es im laufenden Jahr noch weitere Großschäden gebe.

Schuld für die stagnierenden Preisaussichten sind neben Überkapazitäten, alternative Kapitalgeber wie Pensions- und Hedgefonds. Sie machen den traditionellen Rückversicherern auf der Suche nach Rendite seit Jahren neue Konkurrenz. Die Hoffnung, dass sie sich nach einiger Zeit aus dem Markt zurückziehen werden, haben sich nicht erfüllt.

Keine Trendwende in Sicht

Im Gegenteil. Das alternative Kapital sei seit dem vergangenen Jahr sogar um mehr als zehn Prozent auf 98 Milliarden Dollar gewachsen, so Jeworrek. "Alternativer Risikotransfer bleibt vermutlich ein nachhaltiger Bestandteil unserer Branche", sagte der Münchener-Rück-Manager. Traditionelle Rückversicherer wie Münchener Rück, Swiss Re oder Hannover Rück verfügen über 350 Milliarden Dollar Kapital, um die Erstversicherer gegen extreme Belastungen zu schützen.

Auch in den nächsten beiden Jahren geht der Weltmarktführer allenfalls von einem moderaten Wachstum aus. Die Münchener Rück rechnet damit, dass die Prämien in der Schaden- und Unfall-Rückversicherung bis 2020 im Schnitt um zwei Prozent wachsen. Seit 2010 waren es im Schnitt drei Prozent. Im vergangenen Jahr hatten die Rückversicherer in der wichtigsten Sparte zusammen 227 Milliarden Dollar Prämien eingenommen, jeweils ein Drittel davon entfiel auf Europa und Nordamerika.

lg