Münchener Rückversicherungs-Gesellschaft Munich Re

Trotz hoher Katastrophenschäden MüRü mit bärenstarken Zahlen

Stand: 07.11.2018, 09:45 Uhr

Die Münchener Rück hat im dritten deutlich mehr verdient als erwartet, trotz hoher Schäden durch Wirbelstürme. Dadurch dürfte auch die Jahresprognose erreicht werden.

Der weltgrößte Rückversicherer bestätigte am Morgen seine Erwartung, in diesem Jahr auf einen Gewinn von 2,1 bis 2,5 Milliarden Euro zu kommen. Nach neun Monaten stehen bereits 2,04 Milliarden Euro zu Buche, im dritten Quartal lag das Ergebnis mit 483 Millionen Euro sogar über den Erwartungen der Analysten. "Mit dem guten Quartal sind wir auf dem Weg, unser Gewinnziel für 2018 zu erreichen - trotz der Serie großer Naturkatastrophen, die auch im vierten Quartal nicht abreißt", sagte Finanzvorstand Jörg Schneider. Der ist zuversichtlich, dass die Zahlen in der oberen Hälfte der Gewinnprognose landen werden.

Dr. jur. Jörg Schneider

Dr. jur. Jörg Schneider. | Bildquelle: Munich Re

Dazu dürfte auch die Erstversicherungstochter Ergo beitragen. Der Überschuss lag nach neun Monaten mit 359 Millionen Euro über der bisherigen Prognose für das Gesamtjahr von 250 bis 300 Millionen Euro. Nun erwartet die Münchener Rück mindestens 350 Millionen.

Weniger Schäden durch Naturkatastrophen

Münchener Rück: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Vor einem Jahr hatte eine Serie von Wirbelstürmen und Erdbeben den Gewinn der Münchener Rück auf knapp 400 Millionen Euro einbrechen lassen, allein im dritten Quartal lief damals ein Verlust von 1,4 Milliarden Euro auf. Damals kosteten Naturkatastrophen den Konzern binnen drei Monaten fast drei Milliarden Euro, in diesem Jahr waren es unter dem Strich nur 505 Millionen. Das passt noch ins Budget.

Der Taifun Jebi und der Hurrikan Florence schlugen jeweils mit rund 300 Millionen Euro zu Buche. Im Oktober kamen 350 Millionen Euro durch die Stürme Michael und Trami hinzu. Dabei macht die Münchener Rück in der Rückversicherung mehr Geschäft als vor einem Jahr.

Höhere Einnahmen

Die gebuchten Bruttobeiträge stiegen im dritten Quartal um 4,2 Prozent, im Gesamtjahr sollen sie mit 31 Milliarden Euro am oberen Rand der bisher genannten Erwartungen liegen. Der neue Vorstandschef Joachim Wenning hatte seine Belegschaft aufgerufen, die Geschäftschancen konsequenter auszuschöpfen. Einschließlich der Erstversicherungstochter Ergo sollen die Beiträge zwischen 48 und 49 Milliarden Euro liegen.

An der Börse sorgen die Zahlen für Enttäuschung. Die Aktie der Münchener Rück verliert gegen den Trend gut ein Prozent. Die Commerzbank hat die Einstufung für die Aktie nach den Quartalszahlen auf "Hold" mit einem Kursziel von 207 Euro belassen.

lg