Munich RE-Chart und -Schriftzug
Audio

Jahresprognose bestätigt Münchener Rück sieht sich auf Kurs

Stand: 08.08.2018, 09:11 Uhr

Der weltgrößte Rückversicherer musste im zweiten Quartal trotz mehrerer Großschäden nur einen leichten Gewinnrückgang hinnehmen. Mit der Einnahmeseite zeigt sich der Markt allerdings nicht zufrieden.

Der Nettogewinn erreichte 728 Millionen Euro nach 733 Millionen im zweiten Quartal 2017. Analysten hatten mit einem Rückgang um sechs Prozent gerechnet.

An der Gewinnprognose für das Gesamtjahr hält der Dax-Konzern fest. Mit Bruttobeiträgen von 46 bis 49 Milliarden Euro peilt die Münchener Rück ein Ergebnis zwischen 2,1 und 2,5 Milliarden Euro an. Analysten trauen ihr im Schnitt 2,5 Milliarden zu.

Der Rückversicherer musste im zweiten Quartal mit 605 Millionen Euro für Großschäden einstehen, mehr als doppelt so viel wie ein Jahr zuvor. Der mit Abstand teuerste Schaden entstand beim Bau eines Wasserkraftwerks in Kolumbien. Naturkatastrophen spielten diesmal eine untergeordnete Rolle.

Der Konzern machte die Belastung durch einen Gewinnanstieg in der Leben- und der Kranken-Rückversicherung wett, wo er aus unrentablen Verträgen ausgestiegen war.

Prämieneinnahmen enttäuschen

Das verstärkte allerdings den Rückgang bei den eingenommen Prämien. Die Bruttoprämien lagen mit rund 11,2 Milliarden Euro um gut eine Milliarde Euro unter der Konsensprognose der Analysten.

Barometer zeigt stürmisches Wetter an
Audio

Klimawandel - Zeitenwende für Versicherer?

Auch die Hoffnung auf einen deutlichen Preisanstieg aufgrund der Milliardenschäden hat sich nicht erfüllt. Nur in Regionen, wo die Naturkatastrophen gewütet hatten, hätten die Preise stark angezogen, erklärte die Münchener Rück. Insgesamt wurde das Volumen der zum 1. Juli neu ausverhandelten Verträge deutlich erhöht, das Preisniveau war aber nur 0,9 Prozent höher als ein Jahr zuvor.

Im frühen Handel ist die Aktie mit einem Minus von knapp drei Prozent größter Dax-Verlierer. Zuletzt hatte der Dax-Titel deutlich zugelegt. Vom jüngsten Tief von Ende Juni bei 174,85 Euro war das Papier um mehr als sieben Prozent gestiegen.

rtr/dpa/la