MTU-Triebwerk

Nachfragerückgang erwartet MTU: Schwere Zeiten voraus

Stand: 30.04.2020, 09:32 Uhr

Der Triebwerkshersteller MTU stellt sich auf einen Einbruch der Nachfrage in den kommenden Quartalen ein. In den ersten drei Monaten des Jahres liefen die MTU-Turbinen noch.

Das Münchener Dax-Unternehmen teilte am Donnerstag mit, dass insbesondere der Geschäftsbereich mit Triebwerksteilen für Airbus- und Boeing-Maschinen von einem deutlichen Nachfragerückgang betroffen sein werden. Aber auch die Nachfrage in der Instandhaltung werde "zumindest im zweiten und dritten Quartal" deutlich zurückgehen. Das werde sich auch in den Ergebnissen niederschlagen.

Erstes Quartal: Welche Krise?

Im ersten Quartal war von der Krise bei MTU noch kaum etwas zu spüren. Der Umsatz legte um 13 Prozent auf 1,27 Milliarden Euro zu, wobei die zivile Instandhaltung mit am stärksten wuchs. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) ging um drei Prozent auf 182 Millionen Euro zurück, übertraf damit aber die Schätzungen der Analysten.

"Gut aufgestellt, um Krise zu meistern"

Ab 30. März hatte der Zulieferer seine Werke in Deutschland dann für drei Wochen lang geschlossen und jetzt Kurzarbeit eingeführt. Die Dividende für das vergangene Jahr wurde gestrichen, ebenso wie die Prognose für das laufende Geschäftsjahr.

MTU-Vorstand Reiner Winkler

MTU-Vorstand Reiner Winkler. | Bildquelle: Unternehmen

Auch wenn das Passagiergeschäft der großen Airlines derzeit stillsteht, MTU setzt auch Frachtflugzeuge instand und verfügt über das Militärgeschäft. Diese beiden Sektoren dürften nahezu unberührt von der Krise bleiben. "Insgesamt sehen wir die MTU mit ihrem fundamental erfolgreichen Geschäftsmodell gut aufgestellt, um die Krise zu meistern," erklärte Vorstandschef Reiner Winkler. Derzeit gehe es um die Sicherung der Liquidität, sagte Winkler, etwa durch eine Verschiebung von Investitionen, Stundungen, die Ausweitung der bestehenden und die Vereinbarung von neuen Kreditlinien.

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Am Morgen setzt der Dax-Titel seine jüngste Erholung vor. Nach dem Rekordhoch im Januar dieses Jahres von über 280 Euro je Aktie war der Titel massiv abgestürzt und notiert aktuell bei rund 130 Euro.

ms/rtr/dpa-AFX