Eine Laborantin im Morphosys-Labor

Dramatischer Umsatz- und Gewinneinbruch Morphosys: Alles Monjuvi oder was?

Stand: 06.08.2020, 11:29 Uhr

Das Biotechunternehmen Morphosys hat im zweiten Quartal wegen erheblich gestiegener Aufwendungen für das Krebsmittel Monjuvi und Belastungen wegen Corona einen dramatischen Ergebniseinbruch erlitten. Grund zur Panik besteht aber nicht.

Die im MDax notierte Morphosys-Aktie ist zwar deutlich unter Druck geraten und verliert rund sieben Prozent, doch hohen Schwankungen in den Quartalszahlen von Biotechunternehmen sind eigentlich keine Seltenheit.

Auf den ersten Blick erscheint der Umsatz- und Gewinneinbruch im zweiten Quartal allerdings dramatisch. So sind die Erlöse in diesem Zeitraum um fast die Hälfte auf 18,4 Millionen Euro eingebrochen. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) stürzte auf minus 50,1 Millionen Euro, nach minus 5,7 Millionen Euro im entsprechenden Vorjahreszeitraum.

Riesiger Konzernverlust

Insgesamt belief sich der Konzernverlust auf 53,1 Millionen Euro, nach 5,9 Millionen im zweiten Quartal des Vorjahres. Dies entspricht einem Verlust pro Aktie von 1,62 Euro gegenüber 0,19 Euro vor einem Jahr.

Hauptgrund für die dramatische Verschlechterung sind die Aufwendungen für die geplante Vermarktung des Krebsmittels Monjuvi(R) in den USA, womit auch Kosten für den Aufbau einer Niederlassung in dem Land verbunden sind.

Ausreichend Liquidität

Monjuvi(R) war erst zu Beginn der Woche von der US-Gesundheitsbehörde FDA zugelassen worden. JPMorgan schätzte das Umsatzpotenzial auf 750 Millionen Euro. Dass Morphosys nun das Geld ausgehen könnte, ist nicht zu befürchten. Eigenen Angaben zufolge verfügte das Unternehmen Ende Juni über eine Liquiditätsposition von gut einer Milliarde Euro.

Auch blickt Morphosys weiter zuversichtlich auf die Geschäftsentwicklung in diesem Jahr. Der Vorstand bestätigte die Prognose und erwartet weiterhin einen Konzernumsatz zwischen 280 und 290 Millionen Euro. Die Ausgaben für Forschung und Entwicklung dürften bei 130 bis 140 Millionen Euro liegen. Das operative Geschäft wird zwischen minus 15 Millionen und plus fünf Millionen erwartet. Diese Prognose basiert auf konstanten Wechselkursen und enthält keine Umsatzbeiträge von Monjuvi(R).

lg