Morgan Stanley-Gebäude in New York

Im vierten Quartal Morgan Stanley: Wenn nur die Steuerlast nicht wäre

Stand: 18.01.2018, 14:21 Uhr

Die Steuerreform hat auch die Investmentbank Morgan Stanley zur Neubewertung ihrer Verlustvorträge gezwungen. Doch im Tagesgeschäft lief es besser als erwartet. Die Aktie ist im Plus.

Wegen der Steuerreform muss Morgan Stanley im vierten Quartal eine Belastung von 990 Millionen Dollar verkraften. Dadurch ergibt sich ein Gewinneinbruch von 59 Prozent auf 686 Millionen Dollar. Ohne die Verlustvorträge aus der Steuerreform hätte der Konzern einen Quartalsgewinn von rund 1,67 Milliarden Dollar oder 0,84 Dollar pro Aktie erwirtschaftet, nach 1,5 Milliarden im gleichen Zeitraum des Vorjahres.

Das ist mehr als die Analysten erwartet hatten. Vorbörslich legt die Morgan Stanley-Aktie deshalb 1,5 Prozent zu. Positiv überrascht hat die Bank vor allem im Investment Banking, also bei der Beratung von Fusionen und Übernahmen. Hier kletterten die Einnahmen im vierten Quartal um 14 Prozent auf 1,5 Milliarden Dollar. Auch in der Vermögensverwaltung konnten die Einnahmen deutlich gesteigert werden.

Erlöse insgesamt gestiegen

Einbußen gab es dagegen im Handel. Dadurch sanken die Erlöse in der Sparte um 17 Prozent auf 2,24 Milliarden Dollar. Insgesamt jedoch konnte Morgan Stanley die Einnahmen im vierten Quartal leicht (drei Prozent) auf 9,5 Milliarden Dollar steigern.

Im gesamten abgelaufenen Geschäftsjahr legte der Gewinn um drei Prozent auf 6,2 Milliarden Dollar zu. Die Erträge kletterten um zehn Prozent auf 37,9 Milliarden Dollar. "Wir starten 2018 mit viel Schwung", verkündete Bankchef James Gorman. Steigende Zinsen und niedrigere Steuern dürften die Geschäfte weiter anschieben. Auch dürften die Banken von der Senkung der Unternehmenssteuern von 35 auf 21 Prozent profitieren.

Auch andere banken betroffen

In den Vortagen hatten außer Wells Fargo auch alle anderen amerikanischen Großbanken wegen Sondereffekten aus der neuen Steuerreform der Trump-Administration Wertberichtigungen in Milliardenhöhe verkündet. Allein die Citigroup berichtete über Belastungen von 22 Milliarden Dollar. Hart getroffen hat es auch Goldman Sachs. Die weltgrößte Investmentbank musste nämlich 4,4 Milliarden Dollar abschreiben.

Der Deutschen Bank verhagelt die US-Steuerreform sogar die Jahresbilanz. Wegen einer Belastung von 1,5 Milliarden Euro im vierten Quartal, wird der deutsche Branchenprimus auch 2017 mit roten Zahlen abschließen.

lg