Morgan Stanley Zentrale, New York
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Trotz schwacher Handelszahlen Morgan Stanley: Wenn die Aktie trotzdem steigt

Stand: 17.04.2019, 13:59 Uhr

Wie die Konkurrenten hat auch die Investmentbank Morgan Stanley im ersten Quartal unter rückläufigen Geschäften im Handel mit Aktien und Anleihen gelitten. Die Anleger greifen trotzdem zu.

Im vorbörslichen Handel steigt die Morgan Stanley-Aktie um bis zu 2,8 Prozent. Dabei hat das Papier seit Jahresbeginn bereits 18 Prozent zugelegt. "Wir haben trotz eines schwachen Jahresstarts solide Ergebnisse geliefert", erklärte Konzernchef James P. Gorman zufrieden. Trotz der weiterhin bestehenden globalen Risiken hätten sich die Märkte erholt und Morgan Stanley sei gut aufgestellt.

Morgan Stanley-Chef James Gorman

Morgan Stanley-Chef James Gorman. | Bildquelle: picture alliance / dpa

Der Regierungsstillstand in den USA sowie der Handelskonflikt zwischen den USA und China drückten vor allem auf die Handelslaune der Kunden, die Erträge im Geschäft mit Wertpapieren sanken um insgesamt 15 Prozent, wobei der Aktienhandel mit minus 21 Prozent noch stärker betroffen war als der Anleihehandel (minus neun Prozent). Analysten hatten allerdings mit noch schlechteren Zahlen gerechnet.

Dividende beträgt 30 Cent

Insgesamt gingen die Einnahmen der Bank dadurch um sieben Prozent auf 10,28 Milliarden Dollar zurück. Der Überschuss sank um neun Prozent auf 2,4 Milliarden Dollar, nach 2,66 Milliarden im Vorjahresquartal. In der Vermögensverwaltung sowie im traditionellen Investmentbanking liefen die Geschäfte besser, so dass der Rückgang im Handel etwas abgemildert werden konnte.

Der Aktienkurs wurde im ersten Quartal von Rückkäufen eigener Papiere gestützt. Die Bank hat dafür 1,2 Milliarden Dollar ausgegeben. Die Aktionäre sollen eine Quartalsdividende von 30 Cent erhalten. Sie wird allerdings erst am 15. Mai ausgezahlt.

Auch andere Geldhäuser betroffen

Bereits in den vergangenen Tagen hatten andere große US-Geldhäuser ihre Bilanzen veröffentlicht und über starke Rückgänge vor allem im Aktien- aber auch im Anleihenhandel berichtet. Die Universalbanken JPMorgan und die Bank of America konnten dank ihres starken Privatkundengeschäfts dennoch Rekordergebnisse verkünden. Die Investmentbank Goldman Sachs, die ihr Privatkundengeschäft erst seit einigen Jahren aufbaut, traf die Kapitalmarktschwäche dagegen noch stärker als Morgan Stanley - der Gewinn brach um ein Fünftel auf 2,18 Milliarden Dollar ein.

lg