Morgan Stanley-Gebäude in New York

Dennoch Rekordgewinn 2018 Morgan Stanley enttäuscht zum Jahresende

Stand: 17.01.2019, 14:45 Uhr

Nachdem ihre Konkurrenten in dieser Woche starke Zahlen zum vierten Quartal vorlegten, hat die New Yorker Investmentbank die bisher gute Berichtssaison der großen US-Banken etwas eingetrübt. Zum Jahresende tat sich Morgan Stanley schwer. Auf Jahressicht sieht das jedoch ganz anders aus.

Niedrigere Steuern und florierende Finanzmarktgeschäfte haben dem Geldhaus 2018 glänzende Ergebnisse beschert. Der Überschuss stieg verglichen mit dem Vorjahr um 43 Prozent auf 8,7 Milliarden Dollar, wie Morgan Stanley am Donnerstag in New York mitteilte. Die Erträge kletterten um sechs Prozent auf 40,1 Milliarden Dollar.

Der US-Finanzsektor profitierte im vergangenen Jahr wegen der Steuersenkungen der Trump-Regierung von niedrigeren Abgaben an den Fiskus und auch sonst liefen die Geschäfte der Banken rund. "2018 haben wir Rekorde bei Erlösen und Gewinn erreicht sowie Wachstum in allen Geschäftsbereichen - trotz eines herausfordernden vierten Quartals", sagte Bankchef James Gorman.

Zum Jahresende fallen die Zahlen weniger gut aus. Die Erträge sanken im vierten Quartal im Vergleich zum Vorjahr um rund zehn Prozent auf 8,6 Milliarden Dollar und auch auch der Gewinn blieb mit 1,5 Milliarden Dollar unter den Erwartungen der Wall Street. Analysten hatten statt 80 Cent mit 89 Cent Gewinn pro Aktie gerechnet.

Spekulationsgeschäfte mit Anleihen weniger attraktiv

Vor allem der Handel mit Anleihen schwächelte. Der Umsatz im wichtigen Handel mit festverzinslichen Wertpapieren ging binnen Jahresfrist von 808 auf 564 Millionen Dollar zurück. Das lag unter anderem daran, dass der Renditeabstand zwischen kurzlaufenden und langlaufenden Bonds zuletzt immer kleiner geworden ist und Spekulationsgeschäfte mit Anleihen damit weniger attraktiv sind.

Ganz im Gegensatz zu Aktien, deren Kurse stark schwankten, was Geschäfte wiederum für Banken attraktiv macht - zulasten der Anleihemärkte. Die Einnahmen aus dem Aktienhandel lagen mit rund 1,9 Milliarden Dollar in etwa auf Vorjahresniveau.

Aktie auf Talfahrt

Trotz der blendenden Jahresergebnisse reagierten die Anleger enttäuscht. Vorbörslich rauschte der Titel um etwa fünf Prozent nach unten.

Das Papier der Deutschen Bank gab nach den Quartalszahlen der US-Bank am Nachmittag in der Spitze ebenfalls um 3,8 Prozent nach. Schon zuvor stand die Aktie im Minus, da die französische Großbank Société Générale im vierten Quartal einen Einbruch ihres Handelsgeschäfts um gut ein Fünftel erwartet, wie sie am Donnerstag bekanntgab.

Andere Banken überzeugen

Hörfunk-Moderatorin Ulla Herrmann
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ARD-Börse: Warum US-Banken besser als unsere sind

Am Mittwoch hatte die Deutsche Bank noch von überraschend starken Quartalszahlen der Bank of America und von Goldman Sachs profitiert und ihre Kursgewinne auch im Zuge von Fusionsspekulationen auf mehr als acht Prozent ausgebaut.

Auch die Citigoup und JPMorgan hatten zuvor kräftige Gewinnsteigerungen verkündet und damit die Hoffnung auf eine erfolgreiche Berichtssaison der großen US-Banken eingeläutet. Morgan Stanley hat etwas dagegen.

tb