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Aktie bricht ein Monte dei Paschi zurück im Spiel

Stand: 25.10.2017, 10:50 Uhr

Jahrelang wurde um das italienische Geldhaus gerungen. Vor fast einem Jahr verschwand die Aktie von der Börse. Seit heute wird der Titel nun wieder gehandelt, und von der Börse ordentlich zurechtgestutzt.

Zu groß und zu wichtig für eine Pleite? Das könnte das vorläufige Fazit zum Fall Monte dei Paschi sein. Der italienische Staat war mit seinem Rettungsfonds Atlante mit insgesamt acht Milliarden Euro eingesprungen. Die staatliche Beteiligung am Institut liegt derzeit bei 53,5 Prozent. Im Zuge der staatlichen Kapitalspritze wurden Anfang August neue Aktien ausgegeben. Jetzt lässt die Aufsicht der Mailänder Börse die Aktie wieder zum Handel zu.

Wie zu erwarten, wurde die Verwässerung der Anteile heute mit einem deutlichen Kursabschlag quittiert. Der erste Kurs der Papiere lag mit 4,10 Euro drastisch unter dem letzten Börsenkurs von 15,08 Euro. Im vergangenen Jahr war die Aktie kurz vor Weihnachten vom Handel ausgesetzt worden. Die Regierung in Rom war zum Kurs von 6,49 Euro eingestiegen.

Weil viele Privatanleger in Aktien, vor allem aber Anleihen des Instituts investiert waren und bei einer endgültigen Pleite herbe Verluste eingefahren hätten, wurde die Bank, die als älteste der Welt gilt, gerettet. Die EU-Kommission hat die Rettung ebenso genehmigt wie die Europäische Zentralbank (EZB), die Monte dei Paschi bestätigte, wieder solvent zu sein.

Aktionäre und Gläubiger geschont

Eigentlich sehen EU-Regeln im Fall einer Pleite vor, dass zunächst die Aktionäre und danach die Gläubiger im Risiko stehen. Dieses Risiko wurde nun gewissermaßen auf den Steuerzahler umverteilt. Der Kapitalmarkt hatte der Bank zuvor nach zähen Verhandlungen eine nötige Kapitalspritze verweigert.

Weiterhin sitzt das Institut aber auf faulen Milliarden-Krediten. Auch andere italienische Banken, die Popolare di Vicenza oder die Vaneto Banco gelten als bedroht. Beide mussten ebenfalls vom Rettungsfonds gestützt werden. Im zersplitterten italienischen Bankensystem gilt nur die Großbank Intesa Sanpaolo als stabil.

Gewinne in der Ferne

Ob es unter diesen Bedingungen dem italienischen Staat gelingen wird, in ferner Zukunft seine Anteile an den Krisenbanken mit Gewinn wieder zu verkaufen, bleibt fraglich. Um wieder in die schwarzen Zahlen zu kommen, streicht Monte Paschi bis 2021 jede fünfte Stelle und schließt 600 der 2.000 Filialen, wie sie Anfang Juli ankündigte. In vier Jahren soll die Bank dann einen Gewinn von 1,2 Milliarden Euro schreiben.

AB/la