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Umsatz und Ergebnis gesteigert Monsanto sorgt bei Bayer für mächtig Schwung

Stand: 25.04.2019, 07:59 Uhr

Bayer-Anleger hat die Übernahme von Monsanto viele Milliarden gekostet. Geschäftlich erweist sich der Kauf des umstrittenen US-Konzerns als Erfolg.

Der Umsatz schnellte um 42,4 Prozent auf gut 13 Milliarden Euro nach oben, wie der Dax-Konzern am Donnerstag in Leverkusen mitteilte. Aus eigener Kraft - also Wechselkurseffekte sowie Zu- und Verkäufe von Unternehmensteilen herausgerechnet - konnte Bayer um 4,1 Prozent wachsen.

Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) stieg um 44,6 Prozent auf knapp 4,2 Milliarden Euro. Beide Kennziffern übertrafen die durchschnittlichen Analystenschätzungen.

Starkes Agrargeschäft

Ein Landwirt bringt das Pflanzenschutzmittel Glyphosat auf einem Feld aus

Glyphosat. | Bildquelle: picture alliance / SvenSimon

Die guten Zahlen hat Bayer vor allem starken Zuwächsen im Agrargeschäft zu verdanken, das durch den 63 Milliarden Euro schweren Monsanto-Zukauf im vergangenen Sommer deutlich ausgebaut worden war. Gleichzeitig reißt der Strom der Glyphosat-Klagen wegen der angeblich krebserregenden Wirkung des von Monsanto entwickelten Herbizids nicht ab: Inzwischen sieht sich Bayer in den USA mit rund 13.400 Klägern konfrontiert. Zuletzt waren es mehr als 11.200.

Im Agrargeschäft profitierte Bayer vor allem vom Wachstum in Latein- und Nordamerika. In der Pharmasparte lieferten einmal mehr der Gerinnungshemmer Xarelto und das Augenmedikament Eylea kräftigen Rückenwind, während die Sparte für rezeptfreie Medikamente (Consumer Health) einen leichten Umsatzrückgang und einen deutlichen Gewinnrückgang verzeichnete.

Betriebsergebnis von 12,2 Milliarden Euro erwartet

Unter dem Strich verdienten die Leverkusener wegen Kosten für den laufenden Konzernumbau sowie im Zusammenhang mit dem Monsanto-Kauf mit 1,24 Milliarden Euro 36,5 Prozent weniger als vor einem Jahr. Der Jahresausblick wurde bestätigt.

Bayer: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
65,24
Differenz relativ
-1,11%

Für das Gesamtjahr rechnet der Konzern unverändert mit einem währungs- und portfoliobereinigten Umsatzplus von etwa vier Prozent auf rund 46 Milliarden Euro und einen Anstieg des bereinigten Betriebsergebnisses auf rund 12,2 Milliarden.

Fortschritte beim Verkauf des Geschäfts mit Tiergesundheit

Derweil kommt Bayer bei der geplanten Trennung vom Geschäft mit Tiergesundheit wie geplant voran. Nach der strategischen Überprüfung der Möglichkeiten für die Sparte Animal Health liege das Hauptaugenmerk jetzt auf einem Verkauf, teilte der Dax-Konzern am Morgen mit.

Die Herauslösung des Geschäfts aus dem Konzern und weitere Vorbereitungen seien im Gange. Allerdings würden auch weiterhin alle Möglichkeiten in Betracht gezogen. Die Veräußerung der Sparte könnte Bayer bis zu acht Milliarden Euro einspielen, hatte die Nachrichtenagentur Bloomberg im März unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen berichtete. Eine Reihe von Investmentgesellschaften wie KKR, Blackstone und Permira hätten ebenso ein Auge darauf geworfen wie andere Pharmaunternehmen.

Der im Raum stehende Verkauf ist Teil eines Konzernumbaus, dem auch rund zehn Prozent der Arbeitsplätze zum Opfer fallen sollen. Auch soll der 60-prozentige Anteil am Chemiepark-Betreiber Currenta veräußert werden, ebenso wie die schwächelnden Marken Coppertone und Dr. Scholl's aus der Sparte für rezeptfreie Produkte. Das Geld kann Bayer nach dem Milliardenkauf von Monsanto für den Schuldenabbau sowie für die laut Analysten mittelfristig notwendige Stärkung der Pharmasparte gut gebrauchen.

lg/dpa