Mologen Zellkulturen im Labor

Berliner Biotechunternehmen Mologen ist insolvent

Stand: 04.12.2019, 15:40 Uhr

Noch am Montag hatte es einen letzten Rettungsversuch gegeben, eine Schuldverschreibung von zwei Millionen Euro zu platzieren. Doch das Vorhaben scheiterte, der Mologen-Vorstand meldete Insolvenz an.

Spekulationen über die Zukunft des Biotechunternehmens gab es schon seit August, nachdem der Kurs von 4,50 Euro auf 1,00 Euro eingebrochen war. Mologen hatte nach enttäuschenden Testergebnissen eines Darmkrebsmedikaments einen drastischen Restrukturierungsplan angekündigt.

Danach wollte sich das Berliner Unternehmen auf die Forschung seines wichtigsten Medikamentenkandidaten Lefitolimod fokussieren und sich von zwei Drittel der Mitarbeiter trennen. Damit sollte der monatliche Barmittelverbrauch von 1,4 Millionen Euro auf rund 0,8 Millionen Euro gesenkt werden.

Mangelndes Interesse

Finanziert werden sollte der Umbau mit Hilfe einer Wandelschuldverschreibung in Höhe von zwei Millionen Euro mit einer Laufzeit von acht Jahren. Doch trotz einer in Aussicht gestellten jährlichen Festverzinsung in Höhe von 6,00 Prozent sowie dem Recht der Gläubiger, die Anleihe zu einem Preis von 1,67 Euro je Mologen-Aktie zu wandeln, hat das Papier offenbar nicht genug Interessenten gefunden.

Die Aktionäre von Mologen, eine bunte Schar teils schillernder Spekulanten, hatten sich bereits seit längerer Zeit ineinander verhakt und bekämpften sich lieber gegeneinander, statt miteinander das Wohl der Firma zu fördern.

In der Folge war die Aktie, von kurzen Hochs abgesehen, immer deutlicher unter Druck geraten. Zuletzt war das Papier nur noch rund 20 Cent wert, was die Marktkapitalisierung auf 2,66 Millionen Euro drückte.