Stada-Firmengebäude in Bad Vilbel

Paul Singer reichen 74.40 Euro für Stada-Aktie Hohe Wetten bei Stada

Stand: 31.08.2017, 09:36 Uhr

Großaktionär Paul Singer fordert für seine Stada-Aktien eine satte Abfindung. Er will mindestens 74,40 Euro. Das wären 8,15 Euro mehr, als die Käufer Bain und Cinven regulär bei der Übernahme zahlen. An der Börse spekulieren Anleger aber weiterhin auf mehr.

Der Preispoker für die Stada-Abfindung ist eröffnet. Finanzinvestor Paul Singer und sein Hedgefonds Elliott will den neuen Eigner des Arzneimittelherstellers, den Investoren Bain Capital und Cinven, seine Aktien nur gegen eine Mindestabfindung von 74,40 Euro je Aktie geben. Dies wäre ein Aufschlag von 8,15 Euro je Aktie auf den ursprünglichen Angebotspreis von 66,25 Euro.

Bain und Cinven waren zu diesem Preis 63,85 Prozent der Aktien angedient worden. Genug, um die Stada-Übernahme perfekt zu machen. Noch nicht genug, um den gewünschten Gewinnabführungs- und Beherrschungsvertrag abzuschließen. Den wollen Bain und Cinven, um Zugriff auf die Kasse von Stada zu erhalten. Dafür benötigen sie aber 75 Prozent der Stada-Aktien.

Zum Preis von 66,25 Euro können unentschlossene Aktionäre ihre Aktien den beiden Finanzinvestoren noch bis zum Freitag (1. September) andienen. Bis dahin läuft die gesetzlich vorgeschriebene Nachfrist. So könnten auch Index-Fonds ihre Stada-Papiere andienen, die dies gemäß ihrer Statuten solange nicht durften, wie die Übernahme nicht perfekt war. Sie mussten also das Erreichen der Mindestannahmeschwelle abwarten. Aus dieser Aktionärsgruppe könnten nun noch einmal bis zu zehn Prozent hinzukommen.

Paul Singer beim World Economic Forum in Davos, 2013

Der Meister des Poker-Spiels: Paul Singer. | Bildquelle: World Economic Forum.swiss-image.ch/Photo Remy Steinegger

Hohe Wetten an der Börse

Es wäre aber ein schlechter Schachzug, sich mit dem regulären Übernahmepreis zufrieden zu geben. Denn über den regulären Verkauf an der Börse gibt es deutlich mehr für die Aktien. Stada-Aktie war in den letzten Tagen zeitweise bis auf 83,65 Euro geschossen. Sie fiel aber wieder zurück. Heute startet die Aktie rund anderthalb Prozent im Minus, bei 77,28 Euro. Da hoffen offenbar einige, dass am Ende eines Preispokers noch mehr als die 74,40 Euro herauskommen, mit denen sich Investor Paul Singer zufrieden gibt. Singer hält über seinen Hedgefonds Elliott 12,6 Prozent der Stada-Aktien.

Das Entscheidende ist nicht allein, ob Bain und Cinven 75 Prozent zusammen bekommen. Um einen Beherrschungsvertrag abzuschließen, müssen die neuen Stada-Eigner allen übrigen Aktionären ein Abfindungsangebot unterbreiten, dessen Höhe auch gerichtlich überprüft werden kann. Um Stada von der Börse zu nehmen, wäre ein weiteres Pflichtangebot fällig. Neben Singer setzen viele Anleger darauf, dass zumindest eines davon deutlich höher ausfällt als die bisherige Offerte von Bain und Cinven über 66,25 Euro.

bs