Uber-Stadplan auf einem Smartphone

Google und Software machen mobil Milliardendeals mit Uber und Lyft

Stand: 15.09.2017, 15:31 Uhr

Anteile an Fahrdienstvermittlern stehen derzeit auf der Kaufliste vieler Investoren. Teils wollen sie bereits vor den Börsengängen der Firmen einen günstigen Einstieg finden. Aber auch Konkurrenten wollen gerne bei Uber & Co. an Bord sein, um sich alle Optionen offen zu halten.

An das Potenzial der Technologie rund um das vermittelte oder auch das autonome Fahren glaubt auch die Google-Muttergesellschaft Alphabet. Der Internet-Konzern forscht mit hohem Aufwand an Roboterautos und Software zum autonomen Fahren und Navigieren. Weil auch Uber dies tut, hat sich Google bereits vor längerem an Uber beteiligt. Konkret hat dies die Risikokapitalsparte GV getan. Dennoch ist man an einer Zusammenarbeit mit dem "Emporkömmling" eher nicht interessiert. Die Alphabet-Sparte Waymo hat Uber sogar wegen des vermeintlichen Diebstahls vertraulicher Technologie-Daten zum autonomen Fahren verklagt.

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Die Alphabet-Tochter Waymo arbeitet bei der Entwicklung von selbstfahrenden Autos inzwischen mit dem Uber-Konkurrenten Lyft zusammen. Grund genug, auch eine Beteiligung an Lyft ins Auge zu fassen. Nach Informationen von Bloomberg erwägt Alphabet offenbar eine Investition von einer Milliarde Dollar. Diese könne entweder direkt von Alphabets wichtigster Sparte Google oder der Finanzinvestorensparte CapitalG kommen, so die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf Insider.

Anders als Uber arbeitet Lyft nicht an eigenen Roboterautos. Das Unternehmen versteht sich eher als Plattform, auf der verschiedene Entwickler ihre autonomen Fahrzeuge vermitteln können. Dazu gehört neben der Alphabet-Tochter Waymo auch bereits der Autokonzern General Motors.

Wie viel ist Uber wirklich wert?

Die japanische Beteilgungsgesellschaf Softbank sieht in den Dienstleistern rund ums Vermittlen von Fahrten, Autos oder anderen mobilen Dienstleistungen offenbar ebenfalls eine der Zukunftstechnologien der kommenden Jahre. Das Unternehmen will nach einem Bericht des "Wall Street Journal" bis zu 22 Prozent an Uber kaufen und dafür rund zehn Milliarden Dollar in die Hand nehmen. Für die Börsenpläne des Fahrdienstvermittlers könnte dieses Interesse allerdings kurioserweise kontraproduktiv sein: Denn in den vergangenen Monaten war Uber von Experten bereits mit 69 Milliarden Dollar bewertet worden. Die Softbank-Offerte sieht Uber aber eher in der Region von 45 Milliarden Dollar.

Und die Softbank hat ausgewiesene Expertise in der Branche. Die Japaner haben sich bereits an den Fahrdiensten Didi Chuxing in China, Ola in Indien, Grab in Singapur sowie 99 in Brasilien beteiligt. Softbank-Chef Masayoshi Son hat einen Fonds von 100 Milliarden Dollar für Investitionen in Zukunftstechnologien zusammengetragen.

AB