Bayer-Chef Werner Baumann

Verkauf der Tiermedizinsparte Und wieder Zahltag für Bayer?

Stand: 08.08.2019, 13:50 Uhr

Bayer könnte Insidern zufolge schon bald den nächsten großen Spartenverkauf ankündigen. Der Pharma- und Chemiekonzern arbeite mit Elanco Animal Health an einem Deal zum Verkauf des Geschäfts mit Tiermedizin. Aber gekauft wird auch noch.

Die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtete am Mittwochabend unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen vom geplanten Deal mit Elanco Animal Health. Ursprünglich hatte Bayer für die Einheit einen Kaufpreis von acht Milliarden Euro oder mehr im Sinn. Elanco könnte einen Teil des Preises mit Aktien bezahlen, so dass Bayer Minderheitsaktionär werden würde. Der US-Pharmakonzern Eli Lilly hatte Elanco 2018 an die Börse gebracht.

Über die Zukunft der Tiermedizin-Sparte wird immer mal wieder spekuliert, da das Bayer-Management den Bereich im Rahmen einer geplanten Umstrukturierung zum Verkauf gestellt hat.  

Gegen Flöhe bei kleinen Tieren

Die Sparte hatte Bayer im vergangenen Jahr einen Umsatz von rund 1,5 Milliarden eingebracht. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) sowie vor Sondereinflüssen erreichte 358 Millionen Euro. Das erfolgreichste Produkt ist Advantage Flea, ein Mittel gegen Flohbefall bei Katzen, Hunden und Hasen.

Trauriger Hund

Wer Flöhe hat, darf auch mal traurig sein. | Bildquelle: colourbox.de

Aufgrund der in jeder Beziehung kostspieligen Übernahme von Monsanto kann Bayer Kapital dringend gebrauchen. 63 Milliarden Dollar hatte Bayer für den US-Konzern bezahlt. Hinzu kommen eventuelle Folgekosten wegen der Schadenersatzprozesse aufgrund der möglichen Krebsgefahr des Pflanzenschutzmittels Roundup mit dem Wirkstoff Glyphosat.    

Die Bayer-Aktie war bereits am Mittwoch im Xetra-Handel um sechs Prozent gestiegen, weil die Leverkusener den Chemieparkbetreiber Currenta, an dem sie die Mehrheit halten, zu einem guten Preis losgeworden sind.

Bayer übernimmt Gemeinschaftsunternehmen

Neben Agrarchemie und Pharmaprodukten produziert Bayer derzeit auch Nachrichten: Bayer übernimmt zur Stärkung seines Pharmageschäfts die restlichen Anteile an dem US-Biotechunternehmen BlueRock Therapeutics und legt dafür zunächst 240 Millionen Dollar auf den Tisch. Weitere 360 Millionen Dollar werden beim Erreichen bestimmter Meilensteine fällig. BlueRock wird damit - inklusive des Anteils über 40,8 Prozent, den Bayer bereits hält - mit bis zu eine Milliarde Dollar bewertet.

Hörfunk-Moderatorin Ulla Herrmann
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Börse 17.30 Uhr: Bayer schiebt sich an die Dax-Spitze

Die US-Firma war 2016 als Gemeinschaftsunternehmen von Bayer und der Investmentgesellschaft Versant Ventures mit einer Finanzspritze von 225 Millionen Dollar gegründet worden. Der Abschluss des Deals wird im Laufe des dritten Quartals erwartet, wie Bayer am Donnerstag mitteilte.

BlueRock hat sich auf die Entwicklung von Therapien auf Basis so genannter induzierter pluripotenter Stammzellen spezialisiert. Diese können anders als embryonale Stammzellen nahezu unbegrenzt vermehrt und gezielt in organspezifischen Zellen ausgereift werden. Mit ihnen will BlueRock neuartige Therapien in den Bereichen Neurologie, Kardiologie und Immunologie entwickeln. Das am weitesten fortgeschrittene Programm des Unternehmens soll bis Ende des Jahres in die klinische Erprobung bei Parkinson-Patienten gebracht werden.

ts