Marc Benioff, Salesforce

Heute wissen, was morgen in der Zeitung steht Milliardär Benioff kauft "Time"-Magazin

Stand: 17.09.2018, 10:08 Uhr

Der Salesforce-Gründer Marc Benioff und seine Ehefrau Lynne übernehmen als Privatleute das renommierte "Time"-Magazin. Milliardenschwere Tech-Unternehmer interessieren sich brennend für große Medienmarken.

Das Ehepaar zahle 190 Millionen Dollar in bar, teilte der derzeitige „Time“-Eigner, der Medienkonzern Meredith mit. Meredith hatte selbst erst zu Jahresbeginn den Kauf der renommierten Zeitschrift und anderer Publikationen unter dem Dach von Time Inc. für drei Milliarden Dollar abgeschlossen. Auch die Titel „Sports Illustrated“, „Fortune“ und „Money“ will der Konzern aus Iowa nun losschlagen. Die Einnahmen will Meredith nutzen, um seinen milliardenschweren Schuldenberg abzutragen.

Schuldenprobleme kennen die Käufer nicht. Das „Time“-Magazin ist nicht das erste traditionelle US-Blatt, das in die Hände von Wirtschaftsgrößen wandert. Vor fünf Jahren gab die „New York Times“ bekannt, den „Boston Globe“ an den Besitzer eines Baseball-Teams zu verkaufen und kurz darauf folgte der aufsehenerregende Verkauf der „Washington Post“ an Amazon-Gründer Jeff Bezos. Und im vergangenen Jahr erwarb Laurene Powell Jobs, die Witwe von Steve Jobs, die über ein Vermögen von mehr als 20 Milliarden Dollar verfügt, einen Mehrheitsanteil am US-Magazin „The Atlantic” über ihre Firma Emerson Collective.  

100 Millionen Leser

Die Benioffs wollen ähnlich wie Jeff Bezos nach eigener Aussage keinen Einfluss auf das Tagesgeschäft nehmen. In einem Interview des „Wall Street Journal" sagte Marc Benioff, er und seine Gattin investierten „in ein Unternehmen mit gewaltigem Einfluss in der Welt, und eines, das auch unglaublich starke Geschäfte macht“. Genau danach suche seine Familie, wenn sie Investitionen tätige.   

Wie andere Magazine hat „Time“ mit einem anhaltenden Niedergang bei Printwerbung und Auflage zu kämpfen. Wie die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtet, beträgt die Reichweite von Print- und Online-Ausgabe aber immer noch respektable 100 Millionen Leser. Die Zeitschrift wurde einst von den Yale-Absolventen Henry Luce und Briton Hadden gegründet, die erste Ausgabe ging im März 1923 in den Verkauf.

Washington Post

Amazon-Gründer Jeff Bezos: Die "Washington Post" für 250 Millionen Dollar gekauft. | Bildquelle: picture alliance / dpa

Ein leidenschaftlicher und exzentrischer Buddhist

Der 53 Jahre alte Benioff belegt auf der Forbes-Reichenliste Rang 404 mit einem Vermögen von 6,7 Milliarden Dollar. Die „New York Times“ bezeichnet den Trump-Gegner als „leidenschaftlich und exzentrisch, selbst für Silicon-Valley-Standards“. Auch über eine „Affinität zum Buddhismus“ weiß die Times zu berichten.

Benioff meldet sich via Twitter und über andere Kanäle häufig zu aktuellen politischen und gesellschaftlichen Themen zu Wort. Ihm gehören fünf Prozent an Salesforce, der SAP-Konkurrent, der im Bereich Cloud-Computing international tätig ist und der von Benioff 1999 mitgegründet wurde. Der Milliardär ist auch aktueller Vorstandschef.   

ts