Übernahme

Mifa-Logo auf Fahrradrahmen

Aktie von Mifa wird wertlos Mifa-Aktionäre schauen in die Röhre

von Detlev Landmesser

Stand: 12.12.2014, 09:48 Uhr

Die gestrige Hausse war umsonst: Der Retter der Mitteldeutschen Fahrradwerke (Mifa) übernimmt das Unternehmen über einen so genannten "Asset Deal" - die Aktionäre gehen damit leer aus.

Erst heute um 8:18 Uhr gab es Klarheit, auf welche Weise die Unternehmerfamilie Nathusius die Wirtschaftsgüter der Mifa AG übernehmen wird: Im Rahmen eines "Asset Deals". Das heißt, die Vermögenswerte werden aus der Insolvenzmasse gekauft und der Übernehmer kauft keine Aktien des Unternehmens (das wäre ein "Share Deal" gewesen). Der entsprechende Kaufvertrag wurde in der vergangenen Nacht von beiden Parteien unterzeichnet, teilte der Insolvenzverwalter mit.

Gestern hatte die Nachricht von der bevorstehenden Rettung des Unternehmens die Mifa-Aktie um bis zu 80 Prozent nach oben schießen lassen. boerse.ARD.de hatte bereits gewarnt, dass die Übernahme den Aktionären höchstwahrscheinlich nichts mehr bringt.

Nur Unwissende kaufen noch

Auch heute morgen kauften noch einige Unwissende die Aktie - obwohl diese praktisch wertlos ist. Denn vor den Eigentümern werden immer die Gläubiger - also vor allem Beschäftigte, Zulieferer und Kreditgeber - befriedigt. Schließlich haftet das von den Aktionären eingebrachte Kapital für die Verbindlichkeiten des Unternehmens. Für die Inhaber der Anleihe gibt es damit noch einen Rest Hoffnung, dass sie einen Teil ihres Geldes wieder sehen - mehr nicht. Die Aktie dürfte als leerer Börsenmantel noch ein paar Monate notiert bleiben und nach einem Delisting-Antrag der Mifa von der Börse verschwinden.

Bedauerlich ist bei dem ganzen Vorgang, dass die beteiligten Politiker über den gestrigen Tag zwar scheibchenweise Details über den geplanten Kauf preisgaben, die für den Aktienmarkt entscheidende Frage - ob "Asset Deal" oder "Share Deal" - aber nicht zu beantworten willens oder in der Lage waren.

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