Vonovia-Unternehmenszentrale in Bochum

Dank Zukäufen im Ausland Höhere Mieteinnahmen treiben Vonovia

Stand: 05.03.2020, 07:18 Uhr

Der größte deutsche Wohnungskonzern Vonovia hat im vergangenen Jahr mehr verdient - dank gestiegener Mieteinnahmen und milliardenschwerer Übernahmen. Davon sollen auch die Aktionäre profitieren.

Den großen Wohnungskonzernen in Deutschland weht seit einiger Zeit ein eiskalter Wind entgegen. Erst jüngst verlängerte der Bundestag angesichts der anhaltenden Knappheit an Wohnungen die Mietpreisbremse um fünf Jahre und verschärfte sie zudem.

Künftig können Mieter zu viel gezahlte Miete auch für bis zu zweieinhalb Jahre rückwirkend zurückfordern. In Berlin trat zudem ein Gesetz für einen Mietendeckel in Kraft. Damit werden die Mieten für 1,5 Millionen Wohnungen in der Hauptstadt, die vor 2014 gebaut wurden, in den kommenden fünf Jahren eingefroren. Für Neuvermietungen gelten Obergrenzen.

Ziele leicht übertroffen

Dennoch sind die Mieten in den Ballungsräumen weiter angestiegen. Sehr zur Freude von Vonovia, dem größten Wohnungseigentümer hierzulande. Dem Bochumer Unternehmen gehören inzwischen 400.000 Wohnungen.

Dank der guten Konjunktur und der allgemeinen Wohnungsknappheit konnte Vonovia im vergangenen Jahr das operative Ergebnis (FFO) um acht Prozent auf 1,22 Milliarden Euro steigern. Damit übertraf der Konzern leicht seine obere Zielvorgabe. Die Mieteinnahmen stiegen im vergangenen Jahr bei einem weiterhin geringen Leerstand um rund zehn Prozent auf knapp 2,1 Milliarden Euro.

Weiterer Zukauf

Die Miete erhöhte sich auf 6,93 Euro pro Quadratmeter - das waren rund sechs Prozent mehr als 2018. Gleichzeitig steckte Vonovia mit fast zwei Milliarden Euro gut ein Viertel mehr in Modernisierung, Neubau und Instandhaltung. Von dem Gewinnzuwachs sollen auch die Aktionäre profitieren. Die Dividende soll für 2019 wie geplant um 13 Cent auf 1,57 Euro je Aktie klettern.

Zugleich kündigte Vonovia die Übernahme des Projektentwicklers Bien-Ries an. Der baut derzeit 2.500 Wohnungen, davon sollen rund 900 Wohnungen in den Bestand von Vonovia übergehen werden. Der Schwerpunkt der Projekte liegt in der Rhein-Main-Region. Dort hat Vonovia rund 27.500 Wohnungen.

Aktie nahe ihres Rekordhochs

An der Börse kommen die Zahlen gut an. Die Vonovia-Papiere legen leicht zu und nähern sich dem Rekordhoch von Mitte Februar bei 54,48 Euro. Die Prognosen des Unternehmens für 2020 belegten die Stabilität des Immobiliensektors, sagte Analyst Neil Green von der Bank JPMorgan.

Die 2019 erzielten Ergebnisse seien solide. "In diesen stark schwankenden Märkten sollte man die Vonovia-Aktie haben", riet der Analyst. Positiv stimmte ihn zudem die Aussicht auf eine baldige Klage gegen den Mietendeckel in Berlin. Er beließ die Einstufung auf "Overweight" mit einem Kursziel von 56 Euro.

lg