Microsoft-Logo als Wolken am Himmel

Milliardenbelastung und gute Zahlen Microsoft: Heiter bis "wolkig"

Stand: 01.02.2018, 07:56 Uhr

Der Software-Riese hat einen Milliardengewinn über Erwartungen im zweiten Geschäftsquartal geschafft - eigentlich. Durch die US-Steuerreform muss auch Microsoft eine gewaltige Abschreibung vornehmen. Beobachter sehen das allerdings gelassen.

"Keine große Sache", hieß es am Vorabend von Analysten wie Adam Sarhan vom Beratungsunternehmen 50 Park Investments. Alle großen US-Konzerne müssten derzeit bilanziell Federn lassen, weil sie Abschreibungen auf Verlustvorträge vornehmen müssen oder im Ausland geparkte Mittel wieder in die USA überführen.

Operativ läuft es rund

So auch beim Software-Giganten Microsoft: Die Einmal-Belastung fällt allerdings mit 13,8 Milliarden Dollar gewaltig aus. Unter dem Strich muss das Unternehmen dadurch im zweiten Geschäftsquartal einen Verlust von 6,3 Milliarden Dollar ausweisen. Operativ lief es dafür aber durchaus rund - das entsprechende Ergebnis wurde um zehn Prozent auf 8,7 Milliarden Dollar gesteigert. Ohne die Einmalbelastung steigerte Microsoft sein Ergebnis je Aktie auf 96 Cent, hier hatten die Experten mit 86 Cent je Anteilsschein deutlich weniger erwartet.

Cloud-Geschäft als Umsatz- und Gewinntreiber

Und auch die Umsatzziffern zeigen, dass der Konzern offenbar gut aufgestellt ist: Die Erlöse kletterten im Dreimonatszeitraum um zwölf Prozent auf 28,9 Milliarden Dollar. Microsoft hat sich mit wachsendem Erfolg ein Stück des Geschäfts mit Cloud-Diensten gesichert. Die entsprechende Sparte Azure wuchs das zehnte Quartal in Folge dynamisch, im abgelaufenen Quartal um 98 Prozent. Laut dem Marktforschungsunternehmen Canalys kommt der Konzern auf einen weltweiten Marktanteil bei den Datendiensten von 13,9 Prozent. Marktführer ist hier Amazon, das 31,8 Prozent des Marktes beherrscht.

In der klassischen PC-Sparte, in der Microsoft seine Software wie das Betriebssystem Windows, aber auch Hardware wie Smartphones und Spielekonsolen vermarktet, fallen die Wachstumsraten niedriger aus. Mit einem Zuwachs um zwei Prozent auf 12,2 Milliarden Dollar sorgt das Traditionsgeschäft aber weiterhin für einen steten Fluss von Umsätzen und Gewinnen.

Aktie auf hohem Niveau anfällig

Die Aktie von Microsoft hat am Abend im nachbörslichen Handel leicht mit dem Gesamtmarkt verloren. Der Titel hat allerdings ein glänzendes Börsenjahr mit Zuwächsen von mehr als 30 Prozent hinter sich. Derzeit gelten US-Technologietitel wegen ihrer inzwischen hohen Bewertungen als anfällig für Kursrücksetzer.

AB

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